Die aktuelle Schweizer Studie über die Ökobilanz von Haustieren sorgt gerade für Aufregung.
Belastet unser schönes Hobby die Umwelt derart, dass wir als Pferdefreunde und Pferdehalter ein schlechtes Gewissen haben müssen?

 Wie alle Dinge auf der Welt muss auch hier das Bild umfassender betrachtet werden. In der Studie selbst wird bereits angeführt, dass die Umweltbelastung durch Haustiere in der Schweiz lediglich 

1,2 % der durch den gesamten Konsum verursachten Umweltbelastungen ausmacht.

Um das Bild zu ergänzen, ist eine differenziertere Betrachtung und nicht zuletzt auch eine Bilanzierung sinnvoll. Die ermittelten negativen Auswirkungen des Pferdes auf die Umwelt sind in Relation zu setzen mit den positiven Aspekten der Pferdehaltung.

Und was ganz wichtig ist: Nicht das Pferd selbst als Teil der Natur ist der Ausschlag gebende Faktor, sondern der Mensch und die Art und Weise, wie er mit dem Pferd umgeht, es hält, füttert und wie er seine Freizeitbeschäftigung mit dem Pferd gestaltet.

Es gibt einige Aspekte, welche das rechnerisch negative Ergebnis in ganz anderem Licht dastehen lassen.

 Nachfolgend einige der wesentlichen Pluspunkte:

  • Pluspunkt in der Ökobilanz: naturnahe Pferdehaltung und ökologische Weidewirtschaft:

Durchschnittlich benötigt jedes Pferd ca. 1 ha Grünland als Futtergrundlage (Gras oder Heu)
Es gibt grob geschätzt 1,3 MIO Pferde in Deutschland. Als Ergebnis einer Studie von ANJA SCHMITZ und JOHANNES ISSELSTEIN (2018) kann in Deutschland insgesamt von einem Anteil von 15-20 % am gesamten Grünland ( = 4,5 MIO ha) ausgegangen werden, welches für Pferde bewirtschaftet wird. Die Art und Weise der Grünlandnutzung  für Pferde ist eine andere als z. B. bei der Milchviehhaltung. Hierin begründet sich das Potential zum Erhalt extensiven Grünlands durch Pferdehaltung. ( weiterführender Artikel im VFDnet)

Grünland speichert außerdem beinahe doppelt so viel CO² wie Ackerboden!
Naturnahe Haltung von Pferden und ökologische Grünlandbewirtschaftung leisten damit einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und zur Bewahrung der Artenvielfalt.
Daten und Fakten zur Bedeutung des Grünlandes bietet das Umweltbundesamt.

Foto Dehe 016

  • Pluspunkt in der Ökobilanz: naturverträglicher Pferdesport –                   Wanderreiten,  Wanderfahren und Säumen

Die Natur gemeinsam mit dem Pferd zu erleben, weckt die Sensibilität für die Zusammenhänge in der Natur. Das Pferd ist Vermittler zwischen und Mensch und Natur. Wir schützen eher das, was wir kennen und erleben.  Die VFD hat sich u.a. viele Jahre am Wandertag Biologische Vielfalt des BfN beteiligt.

Titlbild Flyer

  • Pluspunkt in der Ökobilanz: Ausbildung von sozialer Kompetenz als Grundstein für das gesellschaftliche Zusammenleben

Der Umgang mit Pferden, besonders wenn er bereits im Kinder- und Jugendalter erlebt werden darf, fördert maßgeblich Fähigkeiten, die besonders wertvoll auch für das menschliche Miteinander sind. Pferde spiegeln uns Menschen und können uns für die Entwicklung unserer eigenen Persönlichkeit wertvolle Erkenntnisse liefern.  Eigenschaften wie Empathie, Rücksichtnahme und das Eingehen auf andere sind unverzichtbar für das Zusammenleben in der menschlichen Gesellschaft.

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  • Pluspunkt in der Ökobilanz: die Beschäftigung mit Pferden beeinflusst die Gesundheit positiv

Ob mit dem Pferd unterwegs in der Natur, bei Wind und Wetter in Stall und Weide beschäftigt oder einfach nur beim Pferd sein und die Seele baumeln lassen:  Das Pferd beeinflusst unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit positiv – messbar! Und nicht zuletzt ist das Pferd vielfach auch Therapeut:  in der Reittherapie mit körperlich oder seelisch kranken Menschen leistet es unschätzbar wertvolle Dienste.

 

ProPferd Logo RGBVFD- Partner Leo Pingitzer hat die Ergebnisse der Studie in ProPferd.at ebenfalls näher betrachtet.

 

 

 

 

 

 

 

 

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