Foto Susanne Köhn
Die Ursachen zu beseitigen ist besser als Salben und Tinkturen meint Hufpfleger Ralf Kirschner

Oftmals riecht man es schon, bevor man es überhaupt gesehen hat. Die Rede ist vom größten Graus eines jeden Pferdebesitzers: Strahlfäule. Viele haben es beim eigenen Pferd schon einmal gesehen, diese schwarze schmierige und übelriechende Masse, die aus zersetztem Strahlhorn besteht. Verantwortlich für Zersetzung des Strahlhorns sind anaerobe Fäulnisbakterien, ehemalige Darmbewohner des Pferdes, die über den Kot ausgeschieden wurden und im Lebensraum der Tiere praktisch überall anzutreffen sind. 

Somit geht das Auftreten von Strahlfäule oft mit mangelnden hygienischen Bedingungen einher. Werden die Pferde dagegen auf Böden gehalten, die regelmäßig gereinigt werden, wird die Anzahl der lebenden Keime erheblich reduziert und somit der Entstehung von Strahlfäule vorgebeugt.

Aber selbst bei größter Hygiene hält sich die Strahlfäule mitunter sehr hartnäckig. An dieser Stelle beginnt dann oft die Suche nach dem Wundermittel, mit dem sich die Strahlfäule wegsalben, -schmieren, -sprühen oder –pinseln lässt. Der Markt hält hierfür ein kaum zu überblickendes Angebot bereit. Aber all diese Bemühungen werden bestenfalls kurzzeitig erfolgreich sein, solange der Huf weiter komfortable Lebensräume für die Bakterien bereithält.

Beispielsweise enge Hufe mit tiefen Strahlfurchen werden immer wieder von den Bakterien besiedelt, da diese in den tiefen Nischen wunderbar vor dem Luftsauerstoff geschützt sind und sich so ungestört vermehren können. Hier hilft also kein Wundermittelchen, sondern es braucht eine regelmäßige und fachgerechte Hufbearbeitung, die es versteht die Hufform soweit zu rehabilitieren, dass sich solche Nischen nicht länger ausbilden können.

Derart bearbeitete Hufe reinigen sich bei jedem Schritt mehr oder weniger von selbst, da dem Schmutz keine Möglichkeit geboten wird, sich im Huf fest zu setzen. Unterstützend zu dieser Hufbearbeitung genügt in der Regel die Anwendung eines milden antibiotisch wirkenden und für das Hufhorn verträglichen Strahlpflegemittels. Durch diese Vorgehensweise können die hufformbedingten Ursachen für die Keimbesiedelung der Hufe dauerhaft beseitigt werden und somit der Neuentstehung von Strahlfäule wirksam vorgebeugt werden.

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