„Mecklenburg Vorpommern ist Wolfsgebiet.“ , diese Aussage tätigte unser Umweltminister Till Backhaus im Juni 2016. Viele Pferdehalter waren entsetzt, hatte man doch bisher nur  von 1-2 Tieren oder Rudeln in anderen Regionen gehört. Aber jetzt ist das Thema allgegenwärtig und es macht sich Unsicherheit breit.

Wohl jeder Pferdehalter /-besitzer hat sich spätestens nach der Aussage aus dem Landwirtschaftsministerium  gefragt, wie gefährlich der Wolf für seine Tiere werden kann und hat womöglich schon etwas Angst verspürt. Dazu muss Folgendes gesagt werden:  Der Wolf ist noch gar nicht so lange aus Deutschland verschwunden. In der Zeit seiner Abwesenheit hat sich Deutschland jedoch stark verändert.  Seit 2006 ist er nun wieder in M-V  zurück und wir werden uns, ob gewollt oder nicht, unser schönes Bundesland mit ihm teilen.  Es muss also Wege zu Kooexistenz geben. Und die gibt es: andere Länder machen es uns schon jahrelang vor.

Unsere vierhufigen Begleiter werden durch Stromzäune geschützt und stehen unter menschlicher Aufsicht. Hinzu kommt, dass in unserem Bundesland  eine hohe Dichte an wilder Beute gegeben ist.

Als eine wolfssichere Umzäunung für Pferdeweiden gilt gemäß der Broschüre "Sichere Weidezäune " (2013) vom aid infodienst e.V., wenn drei Stromlitzen und zwei Glattdrahtlitzen verwendet werden. Die Glattdrahtlitzen schließen die Lücke zum Boden, die Stromlitzen sollten in den Höhen 120-140 cm, 70-100 cm und 45-60 cm Höhe angebracht werden. Dies gilt als wirkungsvoller mechanischer Herdenschutz.   Auf Fohlen sollte jedoch immer besonders geachtet werden. Gerade in den ersten Lebenswochen sollten sie genauer abgesichert werden. Wer auf zusätzliche Herdenschutzmaßnahmen setzen möchte , der kann zum Beispiel Herdenschutzhunde und Esel oder Mulis einsetzen.

Große Bedenken bestehen auch bei Ausritten: Wie verhält sich mein Pferd, wenn wir auf ein Rudel oder einen einzelnen Wolf treffen?  Viele fürchten panikartige Reaktionen bei ihren Tieren. Die Annahme ist, dass Pferde bei Wolfsgeruch scheuen und ausbrechen. In Dänemark vorgesehene Versuche (CHRISTENSEN ET AL. 2008) haben gezeigt, dass Pferde auf den Geruch von Wolfsurin oder –haaren hin keine Panik zeigten. Sie nehmen den Geruch wahr, zeigen aber keinerlei physiologische Reaktionen. Ähnliche Einschätzungen bestätigt auch die Tierärztliche Hochschule Hannover (BOHNET 2015, pers. Comm.).

Sollte uns ein Wolf auf Ausritten begegnen sind folgende Tipps zu beherzigen:

  • Keinesfalls fluchtartig davongaloppieren, sondern Ruhe bewahren.
  • Pferde nebeneinander (als Einzelreiter auch allein) den Wölfen zugewandt aufstellen, damit die Pferde die Wölfe sehen können.
  • Um die Pferde nicht zu beunruhigen, keinesfalls in die Hände klatschen oder mit den Armen wedeln.
  • Sollten die Wölfe sich nicht gleich entfernen, sollte man im Schritt langsam auf die Wölfe zu- oder an ihnen vorbeireiten.
  • Auf keinen Fall sollten die Wölfe verfolgt werden, zum Beispiel um Fotos zu machen.
  • Wenn ein Hund beim Ausritt dabei ist, sollte beachtet werden, dass Wölfe Hunde als Konkurrenten im Territorium wahrnehmen könnten. Hunde sollten im Wolfsgebiet angeleint werden und am Pferd und Menschen bleiben.

Die Wölfe sind zurück in M-V und das ist Fakt. Unsere Aufgabe ist es nun, unsere Pferde zuverlässig zu schützen und umsichtig mit der Situation umzugehen.  Die aktuelle Anzahl der Wölfe in unserem Bundesland ist vergleichsweise noch gering, jedoch sollte jeder Pferdebesitzer zeitig damit anfangen, die Wölfe zu akzeptieren und die wichtigsten Maßnahmen zu ergreifen.

Hilfe liefert das von der NABU erstellte Informationsprospekt „Pferd und Wolf – Wege zur Kooexistenz“ und die Website www.wolf-mv.de.

 

Foto: FvCnO

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