In den 1940er Jahren kam das erste Entwurmungspräparat für Pferde auf den Markt. Dieses musste noch mit Hilfe einer Nasen-Schlundsonde eingegeben werden und hatte einige Ne­benwirkungen.

Kotballen mit Würmern. MenzelEtwa 20 Jah­re später wurden die ersten Wurmkuren mit einem Wirk­stoff aus der Gruppe der Benzimidazole entwickelt, die Pferdebesitzer selber anwenden konnten. Zu die­sem Zeitpunkt waren die Großen Strongyliden (vor al­lem Strongylus vulgaris) die Darmparasiten, welche die Pferdegesundheit gefähr­den konnten. Strongylus vulgaris kann bei Pferden kli­nische Symptome verursa­chen und sogar zum Tode der Tiere führen.


Einen großen Fortschritt in der Bekämpfung der großen Strongyliden brachte 1966 die Etablierung des soge­nannten Intervall-Dosis-Programms. Dem Pferd wur­de dabei alle sechs bis acht Wochen eine Wurmkur mit dem Wirk­stoff aus der Gruppe der Benzimidazole verabreicht. In den folgenden Jahrzehn­ten kamen neue Wirkstoffe (Pyrantel, Ivermectin, Moxidectin) zum Entwurmen auf den Markt, die eine längere Wirkungsdauer aufweisen. Die Intervalle zwischen den Wurmkuren wurden an die­se neuen Präparate ange­passt. Daraus entwickelte sich die allgemein bekann­te Empfehlung, vier Entwurmungen pro Jahr durchzu­führen.

Dieses Vorgehen war sehr erfolgreich bei der Be­kämpfung der Großen Strongyliden. Deshalb kommen diese Darmnematoden in Deutschland mittlerweile sehr selten vor. Das Ziel bei der Bekämpfung dieser ge­fährlichen Wurmarten be­stand vorwiegend darin, Bestände zu haben, die frei von einem Befall mit Großen Strongyliden sind.

Situation hat sich verändert

Heutzutage richtet sich die Wurmbekämpfung beim Pferd in erster Linie gegen andere, mittlerweile be­deutsame Wurmarten: Die Kleinen Strongyliden sind bei Pferden die dominieren­de Wurmart, aber wesentlich weniger gesundheitsge­fährdend als die Großen Strongyliden. Spulwürmer stellen vor allem bei Jung­pferden die größte Gesund­heitsgefahr dar. Bei massi­ven Infektionen mit dieser Wurmart können dadurch verursachte Obstipations-Koliken bis zum Tod der Foh­len und Jährlinge führen. Das gegen die Großen Strongyliden entwickelte In­tervall-Dosis-Programm (= blindes viermal im Jahr Entwurmen) wurde relativ unreflektiert weiterhin zur Bekämpfung des vermuteten Wurmbefalls eingesetzt – mittlerweile vor allem der Kleinen Strongyliden, der Spulwürmer, der Oxyuren und der Bandwürmer.

Diese sehr intensive und oft sehr unnötige Entwurmungsfrequenz führte zu diversen, teils unerkannten Resistenzentwick­lung diverser Endoparasiten gegenüber den auf dem Markt erhältlichen Wirkstoffen in den individuellen Ställen.

Bei den Spulwürmern wirk­te das Intervall-Dosis-Programm während langer Zeit sehr gut. Allerdings zeigen sich in den letzten Jahren vermehrt große Resistenzprobleme in diversen (Aufzuchts-) Pferdebeständen gegenüber den Wirkstoffen aus der Gruppe der Makrozyklischen Laktone (Ivermectin und Moxidectin).    

Wie Resistenzen entstanden

Es ist heute wissenschaftlich unbestritten, dass die Ent­wicklung von Resistenzen zu einem beträchtlichen Teil auf durchgeführte Entwurmungen ohne vorherige dia­gnostische Abklärungen oder auf nicht durchgeführ­te Überprüfungen der Wirk­samkeit der durchgeführten Entwurmung zurückzufüh­ren sind. Oftmals werden Resistenzen erst dann of­fensichtlich, wenn in den Beständen klinisch relevan­te Krankheitsfälle auftau­chen.

Das Problem von sich ent­wickelnden Resistenzen wurde bisher meistens da­durch umgangen, dass die Pharmafirmen neue Wirk­stoffe eingeführt haben. Nach unserer Kenntnis ist aber derzeit kein neues Entwurmungspräparat für Pferde in der Entwicklung.

Es ist also höchste Zeit, das bisherige Vorgehen bei der Wurmbekämpfung zu än­dern mit dem Ziel, die Resis­tenzentwicklung zu verzö­gern und aufzuhalten. Eine Methode dazu ist – vergleichbar der Problematik bei Antibiotika – die Redu­zierung des Einsatzes von Wurmkuren.

Zeitgleich muss ein Um­denken erfolgen: Die in ei­nem Bestand vorkommen­den Wurmarten müssen gezielt bekämpft werden. Eine Verabreichung von Wurmkuren nach einem Schema, das vor einigen Jahrzehnten und vor allem gegen Große Strongyliden entwickelt wurde, ohne spe­zifischen Einbezug der vor­kommenden Wurmarten und ohne Kontrolle des Erfolgs ist kein medizinisches Vor­gehen.

Wurmkur Foto Fersing PF web

       

Immunabwehr gegen Parasiten

Tatsächlich ist es so, dass das Pferd gegen die Spul­würmer eine gut wirksame und gegen die Kleinen Strongyliden eine teilwirk­same Immunität entwickelt. Die körpereigene Immun­abwehr stellt den besten Schutz gegen klinische Er­scheinungen dar. Im Falle der Spulwürmer ist diese Immunreaktion sogar so gut, dass erwachsene Pferde kaum noch einen Befall zei­gen.

Auch gegen die Kleinen Strongyliden können sich die Pferde selber sehr gut zu Wehr setzen. Allerdings scheiden Jungpferde mit einer erst wenig ausgeprägten Immunreaktion we­sentlich mehr Strongylideneier aus als erwachsene Tiere.

Deshalb heißt das Ziel insbesondere für die Bekämpfung von Klei­nen Strongyliden nicht, völlig wurm­freie Pferde zu haben. Unser Ziel muss vielmehr sein, ei­nen geringen Wurmbefall zuzulassen, der die körper­eigene Immunabwehr fort­laufend stimuliert. Gleich­zeitig müssen wir aber Vorkehrungen treffen, dass es zu keinen massiven In­fektionen kommt, die klini­sche Erscheinungen verur­sachen. Es geht also im Wesentlichen um den Auf­bau und Erhalt eines Gleich­gewichts zwischen beste­hendem Wurmbefall und der körpereigenen Immunab­wehr.

Hier setzen nun die Überle­gungen für eine neue, nachhaltige, gezielte und langfristige Parasitenüber­wachung bei Pferden an. Diese hat zum Ziel, massive Wurminfektionen zu verhin­dern und dabei durch einen geringen Wurmbefall das pferdeeigene Immunsystem zu stimulieren. Gleichzeitig wird durch einen gezielten, im Ausmaß reduzierten und auf seine Wirksamkeit hin überprüften Arzneimittelein­satz die Resistenzentwick­lung verzögert.

Mit dieser Prämisse wird in Dänemark schon seit über zehn Jahren die selektive Entwurmung und in Deutschland bereits seit 8 Jahren die noch viel umfassendere Zeitgemäße (+Selektive) Entwurmung angewendet. Diese umfassende Methode, wie oben ausführlich beschrieben bestehend aus „DIAGNOSTIK vor THERAPIE“ bietet seither einen massiv höheren Sicherheitsfaktor für die Gesundheit unserer Pferde bezogen auf den Befall mit Endoparasiten

Feuchte Wiesen PF

 

Auf feuchten Weiden finden einige Endoparasiten gut Bedingungen vor, etwa Bandwürmer, die als Zwischenwirt die Moosmilbe brauchen, oder auch Leberegel, deren Befall schwer nachweisbar ist.
Foto: Pferd&Freizeit

 

 

Vorgehen bei der Zeitgemäßen (+Selektiven) Entwurmung

Die folgenden Ausführun­gen gelten für Pferde, die äl­ter als drei Jahre sind. Jedes Pferd muss individuell un­tersucht werden. Es wer­den dementsprechend keine Sammelkotproben her­angezogen.

Basierend auf der Dissertationsarbeit von Dr. Marcus Menzel aus dem Jahre 2013 unterteilt man bei der Zeitgemäßen (+Se­lektiven) Entwurmung in das erste Jahr (Übersichtsjahr) und die Folgejahre.

Das erste Jahr

Im ersten Jahr sollen fol­gende Fragen beantwortet werden:

  • Welche Wurmarten kommen im einzelnen Pferdebestand vor?
  • Welches Pferd schei­det welche Mengen an Eier der jeweiligen Wurmarten aus?
  • Welche Wurmkuren wirken im einzelnen Bestand?

BW Strg Spul Menzel

 

 

 

Unter dem Mikroskop:
Eier von Spulwürmern, Bandwürmern und Strongyliden werden gezählt.
Foto Menzel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Begonnen wird im Frühjahr (ab März) mit einer ersten Übersichtskotprobe. Ein zer­tifiziertes, mit der Methode und dem Schema der Zeitgemäßen (+Se­lektiven) Entwurmung ver­trautes Labor sollte alle Un­tersuchungen durchführen. Viele Pferdebesitzer kennen Kotprobenergebnisse mit den Aussagen „geringgradig, mittelgradig oder hoch­gradig verwurmt“. Diese Untersuchungsergebnisse sind für die Zeitgemäße (+Selektiven) Entwurmung nicht anwendbar. Bei der Zeitgemäßen (+Selektiven) Entwurmung wer­den die einzelnen Parasi­teneier in EpG (Eier pro Gramm Kot) gezählt, das heißt, es wird die absolute Eizahl bestimmt. Die dafür verwendete Untersuchungsmethode ist das McMaster Verfahren. Auf diese Weise wird bestimmt, wie groß die Menge der Wurmeier ist, die das einzelne Pferd auf der Weide ausscheidet.

Pferde, die z.B. viele Strongyliden-Eier ausscheiden und damit hohe Strongyliden Eiausscheider sind, werden gezielt ent­wurmt. Der dabei verwen­dete Schwellenwert für eine notwendige Behandlung be­trägt bei den Strongyliden 200 EpG.

 

Die erste Kotprobe eines jeden Jahres sollte zusätz­lich mit dem kombinierten Sedimentations-Flotations-Verfahren untersucht wer­den. Dies dient dazu, die Wurmarten zu bestimmen, die im Bestand vorkommen. Bei allen Pferden sollten immer zusätzlich Larven angezüchtet wer­den, um das eventuelle Vor­kommen von Großen Strongyliden zu ermitteln. Konkret bedeutet dieses Vorgehen, dass im ersten Jahr min­destens vier Übersichtskotproben untersucht werden. Aufgrund dieser Kotprobenanalyse werden dann jeweils nur diejenigen Pfer­de entwurmt, die bei den Strongyliden 200 EpG oder mehr ausscheiden beziehungsweise die  mindestens 1 Spulwur­mei oder mehr aus­scheiden.
14 bis 21 Tage nach der Ver­abreichung der Wurmkur wird eine weitere Kotprobe mit dem McMaster Verfahren untersucht, um die Wirk­samkeit der Behandlung zu überprüfen.

Am Ende des Übersichts­jahres werden die Pferde entsprechend ihrer individuellen Ergebnisse vorläufig in das Ampelsystem (nach Menzel) eingeordnet. Dieses Ampelsystem hat sich über die Jahre hinweg etabliert und beweist eindrucksvoll, dass eine große Menge (Stallabhängig bis zu 80%) aller getesteten Pferde langfristig nicht zu entwurmen sind.

 

Folgejahre

Bei einem geringen Ausscheider werden ab dem zweiten Jahr mindestens zwei, besser drei Kotpro­ben untersucht. Um sicher­zustellen, dass ein geringer Eiausscheider auch einer bleibt, ist es sehr wichtig, dass die Anzahl der abzu­gebenden Kotproben ein­gehalten wird.

Hohe Ausscheider werden kontinuierlich und 1 Jahr lang entsprechend der sogenannten „egg re-appearence period“ (Zeit­raum nach einer Behand­lung, in dem keine Wurmeier ausgeschieden werden: Pyrantel sechs Wochen, Ivermectin acht Wochen, Moxidectin zwölf Wochen) behandelt.

Scheidet ein hoher Ausscheider weiterhin mehr als 200 EpG (Strongylideneier) aus, so wird er weiter konti­nuierlich entwurmt. Im Hoch­sommer sollte 14 bis 21 Tage nach der Entwurmung eine weitere Kotprobe un­tersucht werden. So wird überprüft, ob sich gegen das verwendete Präparat eine Resistenz entwickelt.   

 

Probenentnahme und Versand

Es sollten möglichst frische Kotproben genommen wer­den; diese sind zwingend je­dem einzelnen Pferd na­mentlich genau zuzuordnen. Hierzu greift man mit einem Einmalhandschuh in den Kothaufen und entnimmt eine möglichst große Hand­voll Kot (bitte nicht nur einen oder zwei Ballen!). Den Handschuh dann von der Hand abstreifen und ver­knoten. Es ist vollkommen ausreichend, die Probe aus einem einzigen Kothaufen zu entnehmen. Strongylidenlarven können bei älte­ren Kotproben bereits nach zwei Tagen aus den Eiern schlüpfen und somit das Er­gebnis verfälschen. Wird gezielt nach Band­wurm- oder Leberegeleiern gesucht, bringen Proben von drei aufeinanderfolgen­den Tagen mehr Information. Der Handschuh sollte dann sicher, eindeutig und was­serfest gekennzeichnet und zur Sicherheit mit einer zu­sätzlichen Plastiktüte um­hüllt werden. Bis zur Versendung sollte die Probe zuverlässig kühl gelagert werden.

Die Proben können per Transportversand an das entsprechende, vom Tier­arzt benannte Labor versendet werden. Ein zertifiziertes, mit der Methode und dem Schema der Zeitgemäßen (+Selektiven) Entwurmung vertrautes Labor sollte die Untersuchungen durchführen.

Am Tage der Versendung muss die Tierarztpraxis un­bedingt über den Versand an das Labor informiert wer­den. Es ist dringend davon abzuraten, Einsendungen vor Wochenenden oder Fei­ertagen durchzuführen, um Lagerzeiten auf dem Post­weg zu vermeiden. Als am praktikabelsten haben sich Einsendungen an den Wo­chentagen Montag bis Mitt­woch herausgestellt.

Des Weiteren sollte jedem Paket bei wärmeren Außen­temperaturen (über zehn Grad Celsius) ein Kühlakku beigefügt werden. Empfeh­lenswert ist es auch, die Kotproben vor dem Versand

über Nacht in einem Kühl­schrank auf plus fünf bis acht Grad Celsius herunter zu kühlen, aber bitte:  Nie tiefgefrieren!

Ergebnisse und deren Aussage
Es können nur Aussagen über die Untersuchungser­gebnisse gemacht werden, wenn dem Tierarzt bekannt ist, mit welchem Mittel und wann das Pferd zuletzt ent­wurmt wurde. Im Zweifel über den zuletzt verwende­ten Wirkstoff sollten min­destens zwölf Wochen zwischen der letzten Entwurmung und der Kotprobenuntersuchung liegen. Behandlungen mit einem geeigneten Wirkstoff wer­den beim Einzelpferd im­mer dann durchgeführt, wenn:

  • bei Strongyliden Werte von 200 EpG oder mehr gezählt werden
  • bei Spulwürmern Wer­ten von zumindest 1 einzigen Ei oder mehrere gezählt werden
  • Pfriemenschwänze, Magendasseln oder Leberegel nachgewie­sen werden
  • bei irgendeinem Pferd im Bestand ein Bandwurmbefall festgestellt wird.

Eine Bestandsbehandlung bei Bandwurmbefall wird auf jeden Fall im Herbst und eventuell zusätzlich sofort nach der positiven Kotprobe durchgeführt.

BANDWURM Menzel

 

 

Bandwürmer
Foto Menzel

 

 

 

 

 

 

Wirkstoff wählen, Wirksamkeit prüfen

Die Wahl der Wurmkur muss immer individuell und in Ab­sprache mit dem Tierarzt erfolgen und bei Bedarf ab­geändert werden. Ist am Stall keine Resistenz gegen Pyrantel bekannt, sollte zu­erst mit diesem Wirkstoff entwurmt werden. In Ab­sprache mit dem behan­delnden Tierarzt kann im ersten Jahr der Zeitgemäßen (+Selektiven) Entwurmung auch individu­ell und situationsabhängig mit Ivermectin und Moxidectin behandelt werden.  14 bis 21 Tage nach einer Behandlung gegen Kleine Strongyliden und Spulwür­mer muss unbedingt die Wirksamkeit der Wurmkur überprüft werden. Dazu wird erneut eine Kotprobe mit dem McMaster-Verfahren untersucht. Ergeben sich dabei Hinweise auf eine Resistenz, so darf dieser Wirkstoff in diesem Bestand nicht mehr gegen die resistente Wurmart verwendet werden. Vor einem solchen weitreichenden Entschluss sollten aber unbedingt vorab mögliche Verabreichungsfehler und alle weiteren  Aspekte und Gründe ergründet bzw. ausgeschlossen werden.

Bandwürmer sollten bei ei­nem positiven Befund mit dem Wirkstoff Praziquantel oder Pyrantel in der dop­pelten Dosierung behandelt werden.

Kombinationspräparate sind nur dann notwendig und sinnvoll, wenn zeitgleich ein Strongyliden-EpG Wert von 200 oder darüber oder an­dere behandlungswürdige Befunde vorliegen. Liegt nur bei einem einzigen Pferd im Stall ein positiver Bandwurmnachweis vor, ist den­noch davon auszugehen, dass noch andere Pferde befallen sind. Deshalb soll­ten alle anderen Tiere des Bestandes ebenfalls im Herbst mit Praziquantel be­handeln werden. Alle anderen Parasiten sind bei entsprechend positiven Befunden in Absprache mit dem Tierarzt einmalig mit ei­nem dafür geeigneten Präparat zu behandeln.

 

Ergänzende Maßnahmen

Durch eine regelmäßige Koppelhygiene – alle zwei Tage wird abgesammelt – kann der Infektionsdruck für die Pferde gesenkt werden. Neue Einstellpferde sollten unbedingt einer parasitologischen Quarantäne-Unter­suchung und Behandlung unterzogen werden. So wird verhindert, dass resistente Würmer oder unerwünschte Wurmarten eingeschleppt werden.

Verantwortung des Pferdehalters

Als Pferdebesitzer sollte man genau darauf achten, dass die Kotprobenergebnisse und falls notwendig die Behandlungen und der verwendete Wirkstoff in einer schriftlichen und chronolo­gischen Reihenfolge beim Tierarzt, aber auch bei den Besitzern selbst dokumen­tiert sind.

Die Termine, an denen er­neute Kotproben einge­sammelt und verschickt wer­den müssen, sollten vom Pferdebesitzer im Sinne der Verwendbarkeit der Ergeb­nisse möglichst eingehal­ten werden.

Mistmanagement, Koppel­hygiene und deren Durch­führbarkeit im Bestand soll­te mit den Stallbesitzern, aber auch den anderen Einstellern offen besprochen werden. Nur so sind praxis­taugliche Lösungen zu finden. Entstehender Mehr­aufwand muss dem Stall­besitzer als zusätzliche Leis­tung bezahlt werden oder alle Pferdebesitzer beteiligen sich mit ihrer Arbeitskraft. Nicht jeder Pferdebesitzer wird sofort begeistert die Methode der selektiven Entwurmung bei seinem Pferd anwenden: der Kosten­aspekt, alte Gewohnheiten, Desinteresse, Mehraufwand im ersten Jahr ... doch es gibt heutzutage kaum noch medizinisch haltbare Argu­mente, die Kleinen Strongyliden weiterhin nach dem Prinzip des Intervall-Dosis-Programms zu bekämpfen. Nur Aufklärung kann hier weiterhelfen.

Kosten der selektiven Entwurmung

Die Zeitgemäße (+Selektive) Entwurmung ist keine Alternative für Pfer­debesitzer,  für die eine parasitologische Überwachung und Behandlung des Pfer­des nur billig sein soll. Die Kosten für eine Untersu­chung mit dem kombinierten Sedimentations-Flotations Verfahren und der McMaster Methode inklusive der Be­ratung durch den Tierarzt dürften sich im Preisrahmen von 40 Euro befinden. Eine reine Mc-Master Untersu­chung inklusive der Bera­tung durch den Tierarzt ko­stet zwischen 20 und 30 Euro. Im ersten Jahr der selektiven Entwurmung entstehen so mehr Kosten, als wenn vier­mal im Jahr ohne Diagnostik entwurmt wird. Ab dem zweiten Jahr reduziert sich der Aufwand aber erheblich. Es kann auch darüber nach­gedacht werden, im Stall eine gemeinsame Kasse für alle Untersuchungen und Wurmkuren einzurichten. Schließlich profitieren ab dem zweiten Jahr auch die Besitzer der geringen Strongyliden-Eiausscheider da­von, wenn die Wirksamkeit der Wurmkuren bei den ho­hen Eiausscheidern getestet wird.

 

Ausblick für Pferdehalter

Eine kontinuierliche parasitologische Diagnostik ist der alleinigen, unreflektierten und vor allem unbegründe­ten Verabreichung von Wurmkuren vorzuziehen. Die McMaster-Untersuchungen und das kombinierte Sedimentations- Flotations-Verfahren sind Kotprobenuntersuchungsverfahren, mit denen hohe Eiausscheider sicher identi­fiziert werden können. Durch Koppelhygiene kann der parasitäre Infektionsdruck effektiv gesenkt werden.
Die Zeitgemäße (+Selektive) Entwurmung ist damit die derzeit einzig sinnvolle, medizinische Alternative, die nicht nur zu einer Reduzierung des Medikamenteneinsat­zes führt, sondern auf wis­senschaftlichen, jederzeit nachvollziehbaren Nach­weisverfahren des Parasi­tenbefalls beruht und dem „Intervall Dosis Programm“ in jeder Hinsicht überlegen ist. Seit dem 01.03.2018 fordert die geänderte tierärztliche Hausapothekenverordnung Tierärzte noch konsequenter dazu auf, vor Abgabe eines JEDEN apothekenpflichtigen Medikamentes vorab eine Untersuchung durchzuführen. Dies ist bei dem bisherigen, blinden 1, 2,3,4 mal im Jahr Entwurmen niemals passiert. Bei der Zeitgemäßen (+Selektiven) Entwurmung ist die Vorab-Untersuchung = Diagnose die notwendige Voraussetzung um zu entscheiden, ob temporär behandelt wird oder nicht. Die Anzahl an Tierärzten, die sich darüber Gedanken machen wird immer größer und mündete bereits in der Gründung eines dafür eigenständigen Vereins unter dem Namen AG.ZE (Arbeitsgemeinschaft der Zeitgemäßen (+Selektiven) Entwurmung. 

 

Ausblick für Pferdehalter

Eine kontinuierliche parasitologische Diagnostik ist der alleinigen, unreflektierten und vor allem unbegründe­ten Verabreichung von Wurmkuren vorzuziehen. Die McMaster-Untersuchungen und das kombinierte Sedimentations- Flotations-Verfahren sind Kotprobenuntersuchungsverfahren, mit denen hohe Eiausscheider sicher identi­fiziert werden können. Durch Koppelhygiene kann der parasitäre Infektionsdruck effektiv gesenkt werden.
Die Zeitgemäße (+Selektive) Entwurmung ist damit die derzeit einzig sinnvolle, medizinische Alternative, die nicht nur zu einer Reduzierung des Medikamenteneinsat­zes führt, sondern auf wis­senschaftlichen, jederzeit nachvollziehbaren Nach­weisverfahren des Parasi­tenbefalls beruht und dem „Intervall Dosis Programm“ in jeder Hinsicht überlegen ist. Seit dem 01.03.2018 fordert die geänderte tierärztliche Hausapothekenverordnung Tierärzte noch konsequenter dazu auf, vor Abgabe eines JEDEN apothekenpflichtigen Medikamentes vorab eine Untersuchung durchzuführen. Dies ist bei dem bisherigen, blinden 1, 2,3,4 mal im Jahr Entwurmen niemals passiert. Bei der Zeitgemäßen (+Selektiven) Entwurmung ist die Vorab-Untersuchung = Diagnose die notwendige Voraussetzung um zu entscheiden, ob temporär behandelt wird oder nicht. Die Anzahl an Tierärzten, die sich darüber Gedanken machen wird immer größer und mündete bereits in der Gründung eines dafür eigenständigen Vereins unter dem Namen AG.ZE (Arbeitsgemeinschaft der Zeitgemäßen (+Selektiven) Entwurmung. 

 

Dr. Marcus MenzelText :
Tierarzt Dr. Marcus A. Menzel, FEI Tierarzt, Pferde-Zahnheil­kunde,
Betreuung von Pferde­sportveranstaltungen,
zertifizierter ZE(+SE) Tierarzt,
Inhaber des bundesweit ersten zertifizierten ZE(+SE) Labors

Weitere Informationen auf der Webseite
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