Ab 1. Januar 2025 sollten einheitliche Regeln für die Nasenriemen-Kontrollen bei allen Reithalftern auf FEI-Turnieren gelten. Der Beginn der Regel wurde bereits auf den 01.05.2025 verschoben und es sollen nicht mehr alle Pferde kontrolliert werden.

Sportreiterverbände wie der „Internationale Jumping Riders Club“ kritisieren die Regel weiterhin und fordern erneut Regeländerungen bei der FEI, auch zur „Blood Rule“. Dies sind die drei bedeutendsten Forderungen:

  • kleinere Verletzungen sollten NICHT automatisch zum Ausschluss führen;
  • eine praktischere und gerechtere Methode, um die Straffheit des Nasenriemens zu messen - nur in bestimmten Fällen, nicht bei jedem Pferd;
  • ein Zweitmeinungssystem für Ausscheidungen - Reiter sollten die Chance haben, ihre Runde zu beenden und Entscheidungen überprüfen zu lassen.“

August 2024: Eine an der Universität Helsinki durchgeführte Pilotstudie zeigt, dass eine erhöhte Zügelspannung nicht nur zu Schmerzen und Unbehagen, sondern auch zu Verletzungen im Maul führen kann. "Zusammenhang zwischen Zügelspannung und Maulverletzungen" [1]

April 2024: Die finnische Tierärztin Kati Tuomola ist eine Forscherin, die sich für Tierschutz und -rechte, Ethik, Pferdesport, Zügelspannungen, Maulverletzungen und Reitsportwissenschaft einsetzt. Sie stellte ihre Studien auf der int. Tagung in Paris vor. "Gebissbedingte Verletzungen bei Turnierpferden" [2]

Juli 2022 - Während des CHIO in Aachen sind drei Dressurreiterinnen in den Prüfungen abgeklingelt worden, weil ihre Pferde im Maul bluteten. In Aachen versammelte sich die Dressureliter und bei drei Pferde wurde Blut von außen sichtbar. Blut am Pferd im Zusammenhang mit Ausrüstungsgegenständen ist auch weiterhin nicht zu tolerieren und sollte immer hinterfragt werden. 

März 2021: FORSCHER: ‘DON’T BLAME THE BIT’ - bei reiterlichen Problemen sollte man die Schuld nicht beim Gebiss suchen. "Das sichtbare Blut ist sehr wahrscheinlich nur die Spitze eines Eisbergs, wenn es um Mundläsionen bei Pferden geht“, sagte Kati Tuomola als Fazit der Studie „Gebissbedingte Verletzungen bei Vielseitigkeitspferden nach einer Geländeprüfung“ [3]

Pferdemaul KombiDie VFD hatte dazu in der Vergangenheit bereits verschiedene Stellungnahmen zum Thema Zäumungen veröffentlicht. Hier ein Artikel aus dem Jahr 2017, als die Blood Rule in der Öffentlichkeit breit debattiert wurde:


20.09.2017 - Es steht in der Verantwortung eines jeden Pferdebesitzers, sich zum Wohle seines Pferdes laufend fortzubilden und zu informieren. 

Derzeit wird wieder in den Medien eine Aufweichung der sogenannten Blood Rule oder Blutregel im Pferdesport diskutiert. 

Inhalt der Blood Rule ist derzeit, sinngemäß laut der Zeitschrift St. Georg: "Wenn ein Pferd blutet oder frisches Blut zu sehen ist, wird der Wettkampf oder die Prüfung unterbrochen. Wird bei näherer Überprüfung festgestellt, dass das Pferd nicht mehr blutet und kein frisches Blut zeigt, darf die Aufgabe beendet werden. Ansonsten werden Pferd und Reiter disqualifiziert."

Nun wird die Frage offen diskutiert, ob nicht ein bisschen Blut am Pferd ok ist und nicht zu einem Ausschluss führen sollte, also wieder nach persönlichem Ermessen der Stewards gehandelt werden solle.

Unser VFD Fachbeirat Ethik und Tierschutz hat sich mit dem Thema intensiv beschäftigt und hat das Ergebnis in einem Satz zusammengefasst: 

„Beim Einsatz von Pferden in Arbeit, Sport und Freizeit wird an Stellen am Pferd, an denen eine nutzungsbedingte Einwirkung stattfindet oder Ausrüstungsgegenstände anliegen, kein Blut toleriert.“

Diese Aussage wird auch durch unsere Leitsätze, unser Ethikpapier und durch unsere Satzung unterstützt und getragen.

Es ist überflüssig zu erwähnen, dass auch blutende Wunden, die durch fehlerhafte Haltung auftreten, genauso wenig Toleranz erfahren dürfen und werden.

Blutaustritte bei Insektenstichen o.ä. sind natürlich, je nach Auswirkung, ebenfalls zu versorgen. Wenn diese aber weder das Pferd in der Bewegung behindern, noch durch Ausrüstung negativ beeinflusst werden, ist dies kein grundsätzliches Argument für einen Rittabbruch. 

Wir weisen darauf hin, dass die Regeln der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) nicht über dem Deutschen Tierschutzgesetz stehen. Weder in Bezug auf das Zufügen von Schmerzen oder Leiden, noch bei der Rollkur (Low Deep Round) oder gar im Bereich des Dopings. 

[1] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0168159124002041

[2] https://www.youtube.com/watch?v=XFmEV455xPg

[3] Orginal Forschungsartikel - Kati Tuomola: "Gebissbedingte Läsionen bei Vielseitigkeitspferden nach einem Geländeritt" 
 https://www.researchgate.net/publication/350514586_Bit-Related_Lesions_in_Event_Horses_After_a_Cross-Country_Test

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