BERLIN 21.01.2020 - Gemeinsam mit der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe hatte die Naturstiftung David zu dem Workshop eingeladen. Im Rahmen der Veranstaltung erfolgte eine umfassende Beleuchtung der Ganzjahresbeweidung auf Naturschutzflächen.

Weitere Themen waren die Entstehung und Umsetzung einer Richtlinie zur saisonalen und ganzjährigen Weiderinderhaltung in Schleswig-Holstein, Auswirkungen der Parasitenbehandlung auf die Weideflächen (am Beispiel Dungkäfer) und die Methoden des stressreduzierten Tötens. Darüber hinaus wurden Erfahrungen zu Weideeinrichtungen als Maßnahme des Herdenschutzes vorgestellt. Herdenschutz in der Landschschaftspflege hier weiterlesen

NABU-Bundesfachausschuss „Weidelandschaften und Neue Wildnis“: Projekte, die eine extensive Ganzjahresweide auf großer Fläche und unter Einbeziehung aller vorkommenden Biotoptypen betreiben, sind vom Grundsatz in besonderer Weise geeignet, dem Tierschutzgedanken Rechnung zu tragen. Die Tiere können im Sozialverband leben, ihr natürliches Verhaltensrepertoire ausleben, ihre Nahrung selektiv nach ihren Bedürfnissen zusammenstellen und den Tagesablauf frei und nahezu selbst bestimmt gestalten. Das Leben der Tiere kommt dem Leben von Wildtieren in freier Wildbahn relativ nahe. Durch die Einschränkung der natürlichen Wandermöglichkeiten aufgrund der im Vergleich zum natürlichen Lebensraum z.B. von "Wildrindern und Wildpferden" wahrscheinlich meist geringen Flächengrößen und des Zäunungszwangs haben die Projektverantwortlichen eine besondere Verantwortung für das Wohl der Tiere. Wie bei allen Tierhaltungen ist eine besondere Sorgfalt gesetzlich vorgeschrieben, die das in Ganzjahresweideprojekten verbreitete Ziel der Minimierung des menschlichen Eingriffs einschränken.

Wichtige Punkte aus dem Vortrag von Gerd Kämmer, Bunde Wischen e.G.:

  • Der Zustand der Flächen muss vor Beginn der Vegetationsperiode von fachkundigen und erfahrenen Personen beurteilt werden. Nur zu diesem Zeitpunkt kann eingeschätzt werden, ob die Beweidungsdichte richtig gewählt wurde und so die Anforderungen von Tier- und Naturschutz gleichermaßen erfüllt sind.
  • Für die Zufütterung bedarf es geeigneter Plätze. Es gilt das Prinzip: klotzen, nicht kleckern, damit auch die rangniederen Tiere der Herde genügend Futter ab bekommen. Die Plätze müssen befestigt sein, groß genug und so gebaut das sie dem Tierwohl dienen.
  • Wichtig ist das richtige Herdenmanagement. Es müssen in jeder Herde immer orterfahrene Tiere vorhanden sein. Man sollte keine Herde aus komplett neuen Tieren auf eine Weide stellen. Die Tiere haben noch keine Erfahrungen in diesen neuen Gebieten sammeln können, die sie an die nächsten Generationen weitergeben können (kollektives Gedächtnis).

Vortrag von Gerd Kämmer, Bunde Wischen e.G.

Praxisleitfaden von halboffenen Weidelandschaften mit Beispielen aus der Oranienbaumer Heide
Auch bei extensiven Ganzjahresstandweiden müssen tierschutzrelevante Aspekte gegenüber erwünschten Landschaftspflegeleistungen abgewogen werden. Dazu zählt u. a. die Zufütterung in Notzeiten (z. B. während der Wintermonate, Futterknappheit infolge extremer Trocken - perioden).
Praxisleitfaden Oranienbaumer Heide 2019

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