Reitkurs mit Nicole Engelhardt vom 29.04. bis 30.04.2017 in Donaurieden

Von dem Kurs habe ich über mehrere Ecken erfahren. Die Bekannte einer Freundin hatte den Kurs organisiert. Die Trainerin wurde so angepriesen, dass ich mir den Kurs nicht entgehen lassen wollte. Wenn man einen Trainer nicht kennt, ist es immer ein gewisses Risoko sich gleich für einen Wochenendkurs anzumelden. Aber irgendwas lernt man ja immer. Also anmelden und ausprobieren.

Rapunzel und ich kamen um kurz vor 10 Uhr auf der Reitanlage in Donaurieden an. Der Kurs war schon in vollem Gange. Wir waren erst um 12 Uhr dran und hatten noch etwas Zeit um uns einzuleben. Schnell zeigte sich, dass meine Sorge völlig unbegründet war. Nicole war super. Sie stellte sich auf jeden Teilnehmer ganz individuell ein und holte ihn dort ab wo er stand. Die Teilnehmer und Pferde waren übrigens so vielfältig wie Nicole selber. Western, Freizeit aber auch klassisch. Der Ausbildungsgrad der Zwei- und Vierbeiner schwankte zwischen junger Hüpfer und alter Hase. Eben eine richtig bunte Mischung.

Wir sollten uns schon vor dem Kurs Gedanken darüber machen, wo wir unsere Schwerpunkte in den vier Unterrichtseinheiten setzten wollten. Da Nicole (Treinerin B DOSB EWU/FN) neben Dual Aktivierung nach Michael Geithner, Horsemanship, Bodenarbeit, Trail und reitweisenübergreifenden Reitunterricht auch Sitzschulung nach Eckhard Meyners anbot, war klar wo bei uns der Schwerpunkt liegen sollte. Ich meldete mich also für die Sitzschulung und die Trailarbeit an und ließ mich überraschen.

Endlich waren Rapunzel und ich dran. Wir ritten die drei Grundgangarten, ein paar Handwechsel und Hufschlagfiguren vor, dann sprach Nicole ihre Einschätzung mit uns durch. Die Entscheidung für die Sitzschulung war richtig, da stimmte Nicole mir gleich zu. Sie war die erste, die erstmal meinen Sitz in Ordnung bringen wollte. Ihrer Ansicht nach würde das Pferd dann schon ganz von alleine laufen. Bisher war das Vorgehen eher anders herum. Da wurde bisher eher der Schwerpunkt auf das Pferd gelegt.

Es ging also gleich an die Optimierung des Leichttrabens. Wer hätte gedacht, dass ich seit über 25 Jahren einfach grundlegende Fehler mache, dadurch meine Balance verliere und mein Pferd so aus dem Tritt bringe. Die Umstellung erforderte einiges an Konzentration, aber der Erfolg stellte sich schnell ein. Rapunzel lief ruhig und zufrieden. Sie nahm die Hilfen deutlich besser an und ließt den Kopf fallen. Ich hatte das Gefühl, dass es endlich ein Miteinander war. Für die Festigung des Erlernten und um die Übergänge zwischen Leichtraben und Aussitzen gleichmäßiger werden zu lassen, sollte ich im folgenden immer vier Tritte Leichttraben und vier Tritte aussitzen. Dann kamen Trab-Galopp-Übergänge dazu. Immer wieder half Nicole mit wertvollen Tipps, die sie verständlich, ruhig und kompetend erklärte.

Nicole KatharinaNicole erklärt uns die nächste Aufgabe

Nach der anstrengenden Stunde, gab es für Rapunzel erst mal eine ordentliche Portion Müsli und für mich ein gemeinsames Mittagessen mit den Kursteilnehmer samt Trainer.

Am Nachmittag stand dann der Trail-Parcour auf dem Plan. Wir waren erst in der zweiten Gruppe dran, so konnte ich mir die Übungen ganz in Ruhe anschauen. Nicole erläuterte worauf es beim Trail ankommt. Das Pferd soll Hinterhand- und Vorhandwendung sicher beherrschen und es soll sich vorwärts, rückwärts und seitlich bewegen lassen. Wenn alles klappt, ist man gut auf jeden Trail vorbereitet.Die Bewegungen durften wir in der Halle an ausgelegten Stangen und Pylonen ausprobieren. Auch wir durften zunächst an unserem flüssigen vor und zurück arbeiten. Dann kamen enge Wendungen im Stangenviereck dran. Unser zentrales Thema der Sitz war auch hier weiterhin Programm. Ich durfte die sogenannten Franklin-Bälle ausprobieren. Dabei werden einem zunächst Gummibälle unter die Oberschenkel und den Sattel gelegt um dort die Faszien zu stimulieren und so die Beweglichkeit zu verbessern. In der zweiten Runde durfte ich einen breiteren Franklin-Ball unter meinen Hintern legen. Plötzlich saß ich wie von selbst ganz aufrecht. Ein tolles Gefühl. Zum Abschluss musste ich die zwei Bälle dann nochmal zwischen meine Arme und meinen Oberkörper klemmen. Ist übrigens sehr schwer die Bälle festzuhalten und gleichzeitig nach vorne zu fallen. Wieder was gelernt.

Nach all der Arbeit stand abends wieder ein gemeinsames Essen auf dem Programm. Wir saßen mit Teilnehmern, Freunden und Verwandten zusammen in einer gemütliche Runde mit selbstgemachten Salaten und Fleisch vom Grill in der Klausel und ließen den ersten Tag ausklingen. An diesem Abend hatte ich keine Probleme einzuschlafen.

Der zweite Tag began für uns wieder mit der Sitzschulung. Diesmal hieß es aufsteigen, absteigen und wieder aufsteigen. Kurz das was jeder durchmachen muss, der in den Genuss einer Sitzschulung nach Eckhard Meyners kommt. Ich musste immer wieder absteigen und Dehnübungen auf der Matte machen und anschließend wieder aufs Pferd steigen um den Unterschied zu erspüren. Ich kann es jedem nur ans Herz legen, es auch mal auszuprobieren. Die Veränderung in der Haltung war wirklich verblüffend.

In der letzten Stunden hatten wir dann auch noch Zeit für den Flattervorhang. Mit viel Lob, Geduld und hilfreiche Tipps von Nicole hatten wir das Schreckgespennst schnell bezwungen und konnten die verbleibende Zeit noch für die Verbesserung meiner Balance nutzen. Jetzt stand nochmal intensive Galopparbeit auf dem Plan. Mit der Unterstützung von Nicole konnten wir eine perfekten Galopp hinlegen. Angaloppieren ohne Schweifschlagen und angelegte Ohren. Ein zufriedenes Schnauben von Rapunzel war mein Lob. Für uns ein großer Erfolg.

Rapunzel und ich verließen den Kurs müde aber glücklich am Sonntagnachmittag mit den Satteltaschen voller neuem Wissen.

Nicole hat gezeigt, dass das grundlegende Verständnis für das Pferd reitweisenunabhängig ist. Und das mit viel Humor.

Alex NicoleNicole (links) und die Organisatorin Alex (rechts)

Zum Abschluss unterhielt ich mich mit Nicole noch über die Verantwortung, die jeder einzelne von uns übernommen hat als er sich ein Pferd anschaffte. Für mich gehört zu dieser Verantwortung auch, dass wir uns weiterbilden und uns auch mal trauen alte Ansätze zu hinterfragen. Etwas nicht immer nur machen, weil man es schon immer so gemacht hat oder weil irgendjemand gessagt hat, dass man das so macht. Als Freizeitreiter sind wir davon genauso wenig entbunden, wie alle anderen Reiter. Denn in Sachen Pferd gibt es den Status Ausgelernt nicht.

Vielen Dank für dieses spannende Wochenende!

Wer Nicole kennenlernen möchte, ist herzlich zum nächsten Kurs in Donaurieden vom 01. bis 02.09.2017 eingeladen. Anmeldung unter 017662890410.

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