Am Samstag, den 09.März fand in Wanna der 2. Vortrag der Vortragsreihe "Verständnis Für Dein Pferd 2013" der VFD Niederelbe-Oste statt. Diesmal kam Dr. Renate Vanselow aus Schleswig-Holstein zu uns, die uns, genau wie Gerd Heuschmann zuvor, unglaubliche aktuelle Erkenntnisse aus der Pferdewelt näherbrachte. Sie ist die 1. Vorsitzende der VFD Hamburg/Schleswig-Holstein und ausgebildete Biologin. Wissenschaftlich bis ins Detail fundiert, legte sie dar, weswegen die Monokultur unserer Gräser auf den Weiden für Pferde meist ungesund ist oder sogar tödlich sein kann. Die meisten Weiden entsprechen eben grundsätzlich nicht den Bedürfnissen des Steppentieres Pferd, dass im Grunde auf Kälte- oder Dürresteppen spezialisiert ist. So findet man heute auf den Weiden meist überfettete Pferde, aufgebläht, Rehepferde... Wenn dann noch das Gras von Endophyten/Pilzen befallen ist, z.B. von Mutterkorn, die unter Stress Gifte entwickeln, kann es für Pferde zu Vergiftungserscheinungen kommen und sogar tödlich enden. Bereits als Saatgut sind solche Gräser nicht selten belastet. Der Stress kann z.B. durch Kälte, Hitze oder Trockenheit ausgelöst werden. So hat wohl jeder von uns schon einmal davon gehört, dass Pferde im frühen Frühling oder späten Herbst, nach enormen Temperaturschwankungen plötzlich tot auf der Weide lagen. Todesursache auf dem ersten Blick scheint eine Kolik oder sonderbar. Wir erfuhren, dass bestimmte Gifte der Endophyten dazu führen, dass Tieren ihre Ohren abfallen, Pferde komplett ausschuhen, Saugreflexe bei Fohlen oder Kälber durch das Muttertier nicht vererbt wurden, dass Stuten in hoher Zahl ihre Fohlen verlieren, dass Pferde desorientiert oder extrem nervös werden........und es sind belegte Tatsachen!!! Und sie berichtete von zahlreichen eigenen Erlebnissen. Das unser bekanntes Weidelgras in den USA als gefährliches Unkraut gilt....unglaublich.
Pferde fressen eigentlich ja nicht irgendwas, sondern wählen gerne selbst aus. Sie lernen auch früh, was gut und schlecht ist. Wenn man aber als Pferd nicht wählen kann, weil kein vielfältiges Angebot vorhanden ist, so wie es einst auf ursprünglichen Weiden der Fall gewesen ist, dann muss das Pferd das fressen was ihm vorgesetzt ist.
Unser Blick auf die eigene Weide oder auf die Weide, auf der unser Pferd grast, wurde verändert. Die Komplexität einer pferdegerechten Weidehaltung und Weidepflege wurde jedem Zuhörer bewusst, wobei die Komplexität als solche mitunter bei so manchem Zuhörer ein Ohnmachtgefühl auslöste.
Ein unglaublich erkenntnisreicher Vortrag!
