Grünlandmanagement für Pferdeweiden ist ein äußerst komplexes Thema.

Dietbert Arnold http://hippologe.de/ hat beim VFD Treff in Cuxhaven am Sonntag, den 28.02. in vier Stunden einen grundlegenden Einblick in die notwendige, sorgsame Pflege von Pferdeweiden gegeben. Wiesen sind in unserer Klimazone vom Menschen gemacht; es braucht viele Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte, um ein funktionierendes, ausbalanciertes Bodenleben im Grasland zu erreichen. Deshalb ist altes Dauergrünland unglaublich wertvoll. Allerdings muss es sorgfältig bewirtschaftet werden, um es in seiner Zusammensetzung und Funktion zu erhalten.

Die Wachstumsfaktoren Wärme, Licht, Wasser, Nährstoffe etc. müssen im relativen Gleichgewicht sein, um ein optimales Wachstum der Pflanzen zu ermöglichen. Nach dem Minimiumgesetz ist der geringste Wert der limitierende Faktor. Das Minimumgesetz ist unter anderem eine wichtige Grundlage bei der Düngung.

Herr Arnold führte als bildliche Erklärung ein altes Holzfass als Wassertonne an( Justus von Liebig).

TonneVon DooFi - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6627159

 

 

Die einzelnen Dauben ( Holzbretter) symbolisieren die Wachstumsfaktoren. Die Tonne lässt sich nur bis zur niedrigsten Daube mit Wasser füllen. Das bedeutet, dass das Pflanzenwachstum nur soweit möglich ist, wie es der geringste Wert erlaubt. Z. B. wenn Wasser fehlt können die anderen Faktoren noch so günstig sein, die Pflanze kann nicht wachsen. Genauso verhält es sich bei den anderen Parameter wie den Mengenelementen Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel.

In der Vereinfachung bedeutet es: die Pflanzen speichern tagsüber die Energie aus der Photosynthese, können aus Mangel an einer wichtigen Ressource nachts nicht genügend wachsen und geraten in einen ungünstigen Stresszustand mit erhöhter Speicherung von Fruktanen.

Insofern sind regelmäßige Bodenproben unabdingbar für eine nachhaltige Grünlandbewirtschaftung.

Um aussagekräftige Untersuchungsergebnisse zu bekommen, sollten mindestens 30 Proben á 10 cm genommen werden. Diese müssen dann gut gemischt werden und 300 g ordentlich beschriftet zur Analyse für Grunddüngung geschickt werden.

Düngung wird sinnvollerweise nur in der Vegetationsphase ausgebracht :   am besten Anfang April und Mitte August ( je nach Wetterlage).

Die ideale Schnitthöhe beträgt 8-10 cm => besser für Heu, Graspflanze und Boden. Allerdings hat man dann auch weniger Ertrag.

Das waren die ersten wichtigen Einblicke in Grünlandmanagement.

Das Thema wird uns auch in den nächsten Jahren begleiten und wir bemühen uns , alle Aspekte der Weidehaltung für unsere Pferde zu beleuchten und darüber zu informieren.

Werbung

RoFlex

Anzeige Westerwald zu Pferd

VFD Juniorheft

VFD Bücher