von Dipl.-Tierheilpraktikerin Martina Wallow
Nässe, Schmutz und eine geschwächte Haut bieten den Erregern der Mauke ideale Voraussetzungen.

Eine Mauke betrifft in der Regel die Fesselbeuge. Bei typischem Krankheitsverlauf ist die Haut dort gerötet und schwillt leicht an. Häufig bildet sich ein schmieriger, fettiger Belag auf der Haut. Abstehende Haare auf den Schwellungen sind ein weiteres typisches Mauke-Symptom. Nach kurzer Zeit entstehen zwischen den Haaren kleine Knötchen und Bläschen, die bald aufplatzen und nässen. Sie sondern eine zunächst klare, gelbliche Flüssigkeit ab, die später häufig eitrig wird. Dies ist jedoch nicht bei allen Patienten zu beobachten, bei der sog. trockenen Mauke bilden sich Schuppen auf der Haut, ohne dass Flüssigkeit austritt. Fällt der schuppige Belag ab, hinterlässt er schmerzhafte wunde Stellen, die sich leicht infizieren können. Aber auch bei der nässenden Mauke bleibt die Fesselbeuge nicht auf Dauer feucht. Im fortgeschrittenen Stadium trocknet die Flüssigkeit aus und verkrustet. Einige Mauke-Patienten lahmen, weil ihnen die Krusten und Schwellungen in der Fesselbeuge Schmerzen bereitet oder sie zumindest beim Laufen behindert. Eine Mauke kann auch im Ballenbereich, am Röhrbein oder am Fesselgelenk auftreten. Eine Raspe entspricht einer trockenen Mauke in der Sprunggelenksbeuge.

Die Mauke wie auch die Raspe sind durch verschiedene Bakterien, Keime sowie Pilze hervorgerufene Hautentzündungen. Die Krustenbildung trägt in diesem Fall jedoch nicht zur Heilung bei, sondern verschlimmert die Erkrankung meist. Die Bakterien und Keime wachsen unter den Krusten meist ungehindert weiter. Da dabei am Rand immer wieder gesunde Bereiche mit den Krusten verkleben, kann sich die Erkrankung auf diese Weise weiter ausdehnen. Meist sind die Hinterbeine betroffen, wird eine Mauke nicht behandelt, kann sie schnell chronisch werden.
Damit sich die Bakterien in der Fesselbeuge festsetzen können, benötigen sie entweder eine feuchte Schmutzschicht auf der Haut oder eine vorgeschädigte und geschwächte Haut in diesem Gebiet. So macht zuviel Wasser die Haut anfälliger, indem es sie aufweicht und ihre schützende Fettschicht zerstört. Wer seinem Pferd ständig die Beine abspritzt und danach das Abtrocknen vergisst beschert seinem Vierbeiner häufig unfreiwillig eine Mauke.
Verwandelt anhaltender Regen die Weide oder den Auslauf in ein Schlammloch, so lauern in der Nässe zahlreiche Bakterien auf die Pferdebeine. Daher gehört die Mauke zu den klassischen Herbst- und Winterleiden. Auch das Scheren der Fesselhaare kann nachteilige Folgen haben, denn nun ist die Fesselbeuge nicht mehr so gut vor hochspritzendem Harn oder ablaufendem Wasser geschützt.
Neben solchen äußeren Einflüssen macht auch ein gestörter Stoffwechsel Pferde für Hauterkrankungen wie Mauke anfällig. Dies kann durch Magen-Darm-Parasiten, einseitige nicht ausgewogene Ernährung, unzureichende Mineralstoffzufuhr oder auch durch Überfütterung der Fall sein. Auch mechanische Hautreizungen fördern diese Erkrankung, z.B. wenn im Herbst die Magen-Dasselfliegen ihre Eier in den Kötenbehängen ablegen und die Tiere sich in die Fesselbeugen beißen oder an Gegenständen scheuern, um den lästigen Juckreiz loszuwerden. Lange Galoppaden über herbstliche Stoppelfelder bergen ebenfalls Gefahren. Dabei pieksen die auf den Äckern stehengebliebenen Getreidestoppel in die Fesselbeugen.
Wird der Reitplatz- oder Hallenboden im Winter mit Antifrost-Mitteln behandelt oder gerät beim winterlichen Ausritt Streusalz in die Fesselbeuge, so reizen die Chemikalien leicht die Haut und schaffen so günstige Voraussetzungen für die Mauke-Erreger.
Kaltblüter und Pferde mit einem üppigen Kötenbehang leiden sehr häufig unter dieser Krankheit. Auch Pferde, deren Abwehrlage insgesamt geschwächt ist oder Pferde mit weißen Fesseln sind stärker gefährdet.
Wenn sich zu der normalen Entzündung noch Eiterbakterien festsetzten, kann sich eine Phlegmone entwickeln, die sich über das gesamte untere Bein ausbreitet. Bei sehr tief sitzender Mauke kann sie auch auf innere Hufanteile übergreifen.
Eine chronische Mauke lässt sich nur noch mühsam in den Griff bekommen. Deshalb sollten bereits erste Entzündungszeichen ernst genommen werden. Zunächst hilft eine gründliche Reinigung der betroffenen Stellen. Dazu eignet sich am besten warmes Wasser, einige Spritzer einer neutralen Seife und ca. 10-20 Tropfen Betaisodonalösung pro Liter Wasser. Für eine bereits aufgebrochene und nässende Mauke eignet sich eine 3%ige Wasserstoffperoxydlösung und Jodsalbe. Vorhandene Krusten sollten sie vorsichtig ablösen, hier hat sich u.a. die Rokale-Krustinsalbe bewährt.
Im Anfangsstadium einer nässenden Mauke eignet sich auch Luvos-Heilerde. Tragen Sie den feuchten Brei auf die betroffenen Stellen auf und lassen sie diesen an der Luft gründlich austrocknen. Ist die Heilerde richtig eingetrocknet können Sie sie mit einer weichen Bürste abbürsten. Die Heilerde kühlt hervorragend und lindert so die Entzündung, beim Trocknen entzieht sie der Umgebung Feuchtigkeit und trocknet so den betroffenen Bereich nachhaltig. Bei einer Stroheinstreu in der Box schützt ein Schlauchverband aus der Apotheke die wunden Stellen vor den stechenden Strohhalmen. Bei sehr empfindlicher Haut ist es evtl. ratsam die Pferde auf Sägespäne oder Reformtaler zu stellen um die befallenen Bezirke nicht ständig mechanisch neu zu reizen.
Zusätzlich zu den Behandlungen sollten Sie die Haltungs-und Fütterungsbedingungen einer genauen Prüfung unterziehen. Reduzieren Sie stärke- und eiweißhaltige Futtermittel und erhöhen stattdessen den Raufutteranteil und füttern Sie bioverfügbare Mineralstoffe und Vitamine.
Stärken Sie die Abwehrkräfte Ihres Pferdes, so kann es sich auch selbst gegen die Erreger wehren.
Durch eine regelmäßige und gründliche Inspektion der Fesselbeugen können Sie Ihrem Pferd durch die Früherkennung einer Mauke am besten helfen.
In diesem Sinne, grüßen Sie Ihr Pferd von mir,
Martina Wallow.

Weitere Infos zu Martina Wallow und ihrer Praxis für Alternative Tierheilkunde gibt es unter http://www.martinawallow.de