Die Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland e.V. (VFD) hat sich in ihrer Satzung dem Natur-, Umwelt- und Tierschutz verpflichtet. Obwohl der Wolf nach EU- und Bundesrecht in Deutschland eine streng geschützte Tierart ist, wird sein Lebensrecht nicht über die Sicherheit von Menschen und ihren Haustieren gestellt. Dem Schutz von Tier und Mensch vor Übergriffen durch Großraubtiere, wie dem Wolf, kommt ein großer Stellenwert zu. Besonders betroffen können davon z. B. die Halter von Kleinpferden wie Shetlandponys und/oder Züchter sein, die ihre Weiden, auf denen sich auch die Fohlen aufhalten, in Wolfsgebieten haben. Auch alte Pferde brauchen evtl. mehr Schutz als junge. Seit dem Jahr 2000 bis heute gibt es 11 bestätigte Fohlentötungen durch Wölfe.

Wir als Fachverband empfehlen für Pferdezäune einen Mindeststandard, wilddichte Wolfschutzzäune für Pferde gehören nicht dazu. Wie das Bundesamt für Naturschutz (BfN) meinen wir, dass ein effektiver Schutz nur in Zusammenhang mit einem qualifizierten Herdenmanagement erreicht werden kann. Der Einsatz von Herdenschutzhunde erfordert eine langfristige Vorbereitung in Ausbildung und Integration und ist auch mit erheblichen Kosten verbunden. Daher kommt er für einen kurzfristigen Einsatz nicht in Frage. Wir sind wie die Bundesregierung der Meinung, dass sich eine naturnahe Weidehaltung von Pferden vereinbaren lassen muss.

Berlin: (hib/EIS) Die naturnahe Haltung von Pferden lässt sich grundsätzlich mit der Ausbreitung des Wolfes vereinbaren. Pferde seien für den Wolf keine primären Beutetiere. In Offenhaltungen mit Kleinstpferden und bei Abfohlungen im Freien sei es jedoch sinnvoll, eine wolfsabweisende Abzäunung vorzunehmen, heißt es in einer Antwort (19/15749) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/15382) der FDP-Fraktion. Bundestag

Die Weidehaltung ist für die Lebensqualität der Equiden ein wesentlicher, entscheidender Faktor und wir sehen es daher als unsere Aufgabe, in Kooperation mit den anderen Weidetierhaltern, von den politisch Verantwortlichen zu fordern, dass der Schutz von Weidetieren vor Großraubtieren durch die öffentliche Hand nachhaltig unterstützt wird.

Die Offenhaltung und Pflege von altem Dauergrünland durch Weidetiere ist von großer Bedeutung, und ein weiterer Faktor! Die Artenvielfalt unserer Kulturlandschaft beruht zu einem beträchtlichen Teil auf extensiver Beweidung. Altes, artenreiches Dauergrünland (Weiden, aber auch Wiesen) ist bundesweit auf dem Rückzug und im Hinblick auf die Artenvielfalt schützenswert! Die Leistungen von Schafen, Ziegen, Rindern und Equiden in der Landschaftspflege sind in ihrer einzigartigen Wirkung durch maschinelle Pflege nicht zu ersetzen.

Die Akzeptanz des Wolfes in Deutschland steht und fällt mit einem funktionierenden Herdenschutz. Daher fordert die VFD gemeinsam mit Verbänden der Plattform „Weidetierhaltung & Wolf[1] von der Bundesregierung die Einrichtung eines bundesweit tätigen Herdenschutz-Kompetenz-Zentrums. Damit sollen Erfahrungen zentral gebündelt und in die Wolfsmanagementpläne der Länder eingebracht werden. Zudem fordern die Verbände, bundeseinheitliche Regeln und Fördersätze zu etablieren und keine föderale Aufsplitterung von Förderungsprogrammen zuzulassen.

Die VFD als Fachverband bietet staatlichen Stellen des Wolfsmanagements sowie den Wolfszentren von Naturschutz-Organisationen die Zusammenarbeit an (Wissensaustausch, gemeinsame Beratungen etc.). Die VFD als Fachverband arbeitet bereits mit staatlichen Stellen in Fragen des Umweltschutzes und Wolfsmanagements sowie mit Naturschutz-Organisationen (Wissensaustausch, gemeinsame Beratungen etc.) zusammen.

Der effektivste Herdenschutz ist Prävention. Dies ist nur abgestimmt mit allen Institutionen vom Gesetzgeber, über die Interessenverbände bis zu den Ortsbehörden zu realisieren. Das Töten eines Wolfs darf dabei kein Tabu sein, aber es sollte das letzte Mittel sein. Einen nachhaltigen Schutz bietet das Töten nicht. In der VFD wurden Empfehlungen erarbeitet und auf unserer Homepage[2] bereitgestellt, und stehen als Berater jedem zur Verfügung.

Quellen:
DBBW, die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf  Link
Pferd & Freizeit 18/1 „Wolfssichere Zäune müssen Multitalente sein“ von Hanno Pilartz Link
„Pferd und Wolf – Alte Bekannte oder neue Gefahr? Eine fachliche und ethische Bestandsaufnahme zur Situation in Deutschland“ Link
BfN Skript 530 Empfehlungen zum Schutz von Weidetieren und Gehegewild vor dem Wolf Link
Pferd und Wolf Wege zur Koexistenz NABU Link
AID-Broschüre Sichere Weidezäune + "Wölfe und Nutztiere" Link
Managementpläne und Informationen zum Herdenschutz Link

[1]Verbändeplattform „Weidetierhaltung & Wolf“
Bundesverband Berufsschäfer (BVBS), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutscher Grünlandverband (DGV), Deutscher Tierschutzbund (DTSchB), Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW), International Fund for Animal Welfare (IFAW), Naturschutzbund Deutschland (NABU), Ökologischer Jagdverband, Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland (VFD), Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde (AGHSH) und WWF Deutschland

[2] Empfehlungen: Schutz von Equiden (Pferde, Mulis, Esel) vor dem Wolf Link

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