Viel positives Feedback gab es für die Idee der Landesvorsitzenden, eine Projektgruppe für das Thema Pferd und Umwelt ins Leben zu rufen. Einige Interessenten haben sich bereits gemeldet – neben VFD-Mitgliedern auch Unterstützer und Akteure aus anderen Verbänden.  Bei einem ersten Treffen sollen gemeinsame Strategien und Ziele besprochen werden, weitere Mitarbeiter/ Mitdenker können sich noch bei Silke Dehe melden. Einen Artikel von Heiko Himmler aus dem Pollichia-Kurier, der Informationsschrift des Vereins für Naturforschung und Landespflege e.V., dürfen wir aus aktuellem Anlass im Rahmen des Projektes zitieren, um auf das Zackenschötchen, einen Neophyten (pflanzlicher Einwanderer), aufmerksam zu machen. Diese Pflanze breitet sich zum Nachteil einheimischer Vegetation auch zunehmend auf Flächen in der Pferdehaltung aus: „Anscheinend nahezu unbemerkt, obwohl doch eigentlich nicht zu übersehen, macht sich derzeit das Orientalische Zackenschötchen (Bunias orientalis) bei uns breit, ein Neophyt, der in seinem invasiven Potential hinter den Goldruten nicht zurücksteht. Noch kann es gelingen, das Zackenschötchen aufzuhalten. In ein paar Jahren dürfte es zu spät sein. Besonders bedenklich beim Zackenschötchen ist seine Fähigkeit, sich in Wiesen anzusiedeln und dort sogar zur Dominanz zu gelangen. Das hat noch keiner der zahlreichen anderen Neophyten geschafft, weshalb sich im Wirtschaftsgrünland, einschließlich den für die Artenvielfalt wichtigen Magerwiesen, erst durch das Zackenschötchen Neophyten-Probleme ergeben. Für Kalkmagerrasen, Saumvegetation und insbesondere für Böschungen mit halbruderalem Bewuchs als Rückgrat der Artenvielfalt in weiten Teilen der Agrarlandschaft kommt mit dem Zackenschötchen eine weitere invasive Art hinzu. Wo sich das Zackenschötchen einmal festgesetzt hat, wird man es kaum mehr los. Eine zweischürige Mahd mit den für Magerwiesen günstigen Terminen (zweite Junihälfte und Spätsommer) scheint nicht zu genügen, um die Pflanzen zu schwächen. Sie bilden in höherem Maß als heimische Pflanzen einen zweiten Wachstumsschub im Sommer. Neue Blütenstände werden dann zwar nicht getrieben, aber die Blattrosetten können bis zu einem halben Meter Durchmesser erreichen und alles andere unterdrücken. Eine Schwächung des Zackenschötchens ist durch eine dreischürige Mahd mit erstem Schnitt in der zweiten Maihälfte erreichbar, doch diese „Pflege“ führt im Magergrünland zu einer Artenverarmung. Gerade die selteneren Arten verschwinden dann als erste und lange vor dem Zackenschötchen.

Extensive Beweidung ist auch nicht das Mittel der Wahl, denn das Zackenschötchen wird von Weidetieren kaum gefressen. Von einer intensiven Beweidung, bei der die Weidetiere wohl oder übel auch die weniger delikaten Pflanzen fressen, kann das Zackenschötchen ebenfalls profitieren, denn sie führt zu offenen Bodenstellen, wo das Zackenschötchen keimen kann. Komplett ungeeignet ist, wie meistens, das Mulchen. Es fördert die Keimung des Zackenschötchens in besonderem Maß.

Zur Bekämpfung bleiben nach gegenwärtigem Kenntnisstand nur die Beseitigung von Einzelpflanzen und Radikalmethoden. Man kann Zackenschötchen-Pflanzen immer wieder abschneiden, bis über Jahre hinweg die Nährstoffreserven aufgebraucht sind. Man kann es auch ausstechen, aber auch das funktioniert nicht auf Anhieb, denn die Wurzel reicht bis über 1,5 m tief und verfügt über eine große Regenerationskraft. Zudem haben auch unbekämpft gebliebene Einzelpflanzen den Boden im direkten Umfeld gründlich mit Samen verseucht: Ein Exemplar bringt bis zu 2.000 Blüten hervor.“

Auch andere Neophyten wie das Schmalblättige Kreuzkraut, den Riesenbärenklau, die Kanadische Goldrute, die Drüsige Kugeldistel und den Einjährigen Feinstrahl sollten Pferdehalter kennen und einer Ausbreitung entgegenwirken. Die Projektgruppe Umwelt plant zu diesen und anderen Problempflanzen geeignete Steckbriefe. Mahd-Empfehlungen der Pollichia zur Förderung der Artenvielfalt auf Grünflächen in der nördlichen Oberrheinebene findet ihr hier:  

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