Zwei VFDler machten sich im August 2016 auf den Weg, Sonja Endlweber, Günter Wamser und Hundedame Leni mehrere Tage lang durch die Wildnis der kanadischen Rocky Mountains zu folgen. Es war die erste Pferde-Trekking-Reise die Günter und Sonja abenteuerlustigen Gästen (max. 9 Teilnehmer) angeboten hatten. Letztlich waren wir 8 Teilnehmer (7 Frauen und 1 Mann) und sozusagen die Pioniere dieser Reise. Die 20tägige Tour beginnt am 1. und 2. Tag in Calgary. Untergebracht in einem schönen Hotel direkt in der City, erlebten wir bereits die ersten aufregenden Dinge. Genannt sei zum Beispiel der Besuch des Calgary Tower mit seiner atemberaubenden Fußplattform aus Glas. Der Gang darauf und der Blick nach unten ließen uns das Herz höherschlagen. Auch der Besuch des Heritage Park in Calgary war zur Einstimmung auf die kommenden Tage perfekt.
Am 3. Tag steuerten wir über die Prärielandschaft direkt auf die Rocky Mountains zu und erlebten den Icefields Parkway bei herrlichem Sonnenschein. An einer der schönsten Panoramastraße der Welt stoppten wir an Höhepunkten, wie Banff , Lake Louise, Bow Lake, Athabasca Icefield und Sunwapta-Wasserfälle. In Jasper haben wir dann das letzte Mal in einem richtigen Bett verbracht, Zelt aufbauen geübt und unser Reisegepäck auf ein Minimum reduziert.
Am 4. Tag startete unser Reittrekking ca. 20 km von Jasper entfernt und führte uns insgesamt 12 Tage in die Wildnis. Der Miette Lake, der Colonel Pass, der Trio Mountain, der Steppe Creek, der Moose Pass, der Smoky River, der Bess Pass, der Jackpine Pass, die wunderschönen Blueberry Lakes und das Holmes River Valley sind dabei Höhepunkte dieses Reittrekking. Wir bekommen auf dieser Reise ein authentisches Feeling dafür, wie die beiden über Jahre unterwegs waren. Die Wege sind beschwerlich und nicht immer gekennzeichnet. Hier profitieren die Beiden von ihren jahrelangen Erfahrungen. Viele Steine (heißt ja „Rocky“ Mountains!), Wurzeln, Matsch, Sumpf, extreme Steigungen nach unten oder oben, breite und schmale Flüsse, hohe Felsabstände und Sprünge nach unten, alles dabei. Die einheimischen Pferde leisten Erstaunliches und das mit unbändiger Power. Sie strahlen Ruhe und Gelassenheit aus. Keine Panik zu spüren. Trittsicher suchen sie den Weg durch das unwegsame Gelände. Bei unseren Pferden zu Hause nicht vorstellbar! Wir erfahren, wie engagierte Leute in den Bergen unterwegs sind, um die wenigen Trails (Wege/Pfade) von umgestürzten Bäumen und Ästen zu befreien. Trotzdem muss auch Günter öfter zu seiner Handsäge greifen. Wir sind täglich zwischen 7-9 Stunden unterwegs. Wir gestatten uns und den Pferden hin und wieder eine Pause um auszuruhen. Wir genießen unsere Lunch Pakete und die absolute Ruhe. Hin- und wieder machen wir dabei ein kleines Lagerfeuer um die leckeren Tortillas, welche es ab und zu gab, warm zu machen. Die längste Distanz lag bei 30 km, die kürzeste Distanz um die 8 km – diese aber die ganze Zeit nur steil bergab. Die Entfernung spielt eigentlich dabei keine Rolle. Es ist das Gelände, die Wildnis was so einzigartig, abwechslungsreich und abenteuerlich ist. Für uns persönlich eine körperliche Herausforderung und das nicht nur für die Sitzhöcker. Wir sind daher ausschließlich im Schritt unterwegs und das ist bei dem Gelände für Pferd und Reiter gut so. Auch 3 Reitpausentage sind dabei - wichtig für unsere Reitpferde, die Packpferde und für das Team drumherum. Für uns Zeit ein bisschen zu wandern, Tagebuch zu schreiben, Wäsche oder Haare im frischen Gebirgswasser zu waschen oder einfach nur zu dösen. Schlafen im Zelt, Waschen im See oder Fluss sowie Donnerbalken im Busch - unabdingbar für so einen Abenteuerurlaub. Nur so ist es authentisch. Das Wetter bietet uns, wie üblich im Gebirge, im ständigen Wechsel beinahe alle 4 Jahreszeiten. Nur leider kam der Sommer dabei etwas zu kurz. Eine weitere Herausforderung für uns, was die Wahl der Kleidung angeht, denn nach kurzer Zeit haben wir viele nasse Sachen und Schuhe und außer am Camp Feuer keine Chance, irgendetwas trocken zu bekommen. Leicht Feuchtes, lernen wir, trocknet am besten am Körper bzw. über Nacht im Schlafsack. Abweichend vom Original-Abenteuer von Sonja und Günter wurden wir durch den Gepäcktransport mit Packpferden und die kulinarische Bestversorgung durch das in Jasper heimische Astoria Outfitting ziemlich verwöhnt.
Nach den leider viel zu schnell vergangenen 12 Reittagen empfingen uns am 15. Tag unserer Reise im Tal des Holmes River an einer langen Forststraße unser kleiner Reisebus mit Walter und kühlen Getränken, 4 große Pferdetrailer, eine Menge Hunde und viele gut gelaunte Leute mit selbst gebackenen Cookies, die sich freuten, uns und die Pferde gesund und munter zu sehen.
Wir konnten nochmal spüren, was für ein logistischer Aufwand und Organisation dahinter steckt, um solch eine Tour durchzuführen.
Nach einer Stunde Fahrt kommen wir in McBride an und übernachten in einem Motel. Eine warme Dusche und die Kingsize-Betten wissen wir wieder ganz anders zu schätzen. Auf unserer Fahrt gen Süden legen wir einen Stopp bei der Ranch ein, wo unsere Pferde nach dem anstrengenden Ritt bzw. der Saison den Winter verbringen und die saftigen Koppeln genießen. Wir freuen uns riesig, dass wir nochmals die Gelegenheit haben uns von unseren Pferden zu verabschieden und nochmal ein schönes Foto zu schießen. Entlang des North Thomson River geht es am Ende des Tages hinauf auf 1200m zur Knight Lake Ranch. Wir haben neben dem An- und Abreisetag einen vollen Tag in wunderschönen Blockhütten am See für uns zum Genießen. Wir werden abermals kulinarisch auf das Feinste verwöhnt, paddeln mit dem Kanu im See, gehen in die Sauna und anschließend im kalten See schwimmen. Wir wandern entlang der beiden Seen, sitzen am Abend gemütlich beisammen und singen Lieder zur Gitarre.
Noch etwa 450 km waren am 18. Tag bis nach Vancouver zu fahren. Entlang des Fraser Canyon und dann auf dem Sea-to-Sky-Highway mit Abstecher nach Whistler (Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2010) kamen wir bei recht sommerlichen Temperaturen zum Spätnachmittag in Vancouver an. Vancouver Downtown führte bei Einigen zum Großstadt-Schock, die vielen Menschen, der Lärm – wir hatten es bewusst zurück gelassen, um dem Alltagsstress zu entfliehen, den Körper runter zu fahren. Wir hatten noch die Stille der Wildnis im Ohr, klingt paradox!
Wir genossen trotzdem noch den schönen Strand, badeten im Pazifischen Ozean, tranken einen Cocktail an der Strandbar und speisten alle nochmal gemeinsam in einem netten Lokal.
Am nächsten Morgen setzen wir auf Granville Island über und haben den Vormittag zum shoppen und bummeln. Mitten in der Stadt eine kleine Insel der Künstler und Händler.
Nachmittags am Flughafen hieß es Abschied nehmen von Sonja, Günter und Leni und auch von einigen Teilnehmern die noch etwas länger blieben bzw. weiterreisten.
Abschied von einer wundervollen Tour, einem unvergesslichen Abenteuer, wo wir mittendrin waren…sagen wir mal, wir sind nun Abenteuerreiter-Pioniere!
Und das Allerbeste kommt zum Schluss, wer jetzt Feuer gefangen hat, kann im nächsten Jahr dabei sein, wenn Günter und Sonja wieder mit Gästen auf Tour gehen! Immer auf dem aktuellen Stand könnt ihr hier sein: www.abenteuerreiter.de, wo unter „Trekking-Reise“ ein eindrucksvoller Bericht von Günter und Sonja über unsere Reise nachzulesen ist!
Autoren: Sylvia Schuster & Edda Tischer
Fotos: Sonja Endlweber, Günter Wamser, Edda Tischer

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