Auch von VFD-Mitgliedern erreichen uns Forderungen, wir mögen uns für die Regulierung von Wölfen, für Obergrenzen und für wolfsfreie Zonen einsetzen.

Im Rahmen des Herdenschutzbündnisses haben wir die Politik bereits vor über einem Jahr aufgefordert, Wölfe, die nachweislich und mehrfach einwandfreie Herdenschutzmaßnahmen überwanden, kompromisslos zu töten, insbesondere auch, damit sie dieses Verhalten nicht an Nachkommen oder Rudelmitglieder weitergeben.

Wir als Bundespräsidium plädieren für die Entnahme von auffällig gewordenen Wölfen.

Darüber hinaus gehende Forderungen zum generellen Abschuss von Wölfen, wie sie von anderen Verbänden aus dem Pferdeumfeld kommen, halten wir nicht für zielführend.

Auf den Internetseiten des Bundesumweltministeriums ist nachzulesen, dass nach den Erfahrungen in Ländern wie Frankreich eine Bejagung von Wölfen die Anzahl der Nutztierrisse eher deutlich ansteigen ließ.

Wir als Bundespräsidium halten uns an belastbare Aussagen von Wissenschaftlern.

Zum einen zur Wirksamkeit von wolfsabweisenden Zäunen in baurechtlich unproblematischer, nicht wilddichter Höhe:

http://www.protectiondestroupeaux.ch/zaeune-weitere-schutzmassnahmen/filme-zaeune-hochdeutsch/

Bei der hier zitierten Forschungsarbeit von Agridea, durchgeführt von den Schweizer Biologinnen Daniela Hilfiker und Riccarda Luethi im Wolfzentrum Saintes Croix in Lothringen/Frankreich, handelt es sich unserer Kenntnis nach um die einzige bisher durchgeführte belastbare und praxistaugliche Arbeit zum wolfs-abweisenden Zaun.
(Anmerkung.: Die vollständige Untersuchung von Luethi/Hilfiker findet sich hier: http://www.protectiondestroupeaux.ch/fileadmin/doc/Berichte/Studien/Schlussbericht_WolfZaun_DE_8.9.16_final.pdf)  (Download)

Die immer wieder vertretene Auffassung, der Wolf könne doch viel höher springen, führt uns zu der Frage: Können unsere Pferde das nicht auch? Die allermeisten Pferdeweiden sind kaum höher als 120 Zentimeter eingezäunt, von einem hungrigen Rehe-gefährdeten Pony problemlos zu überspringen, um an das frische grüne Gras auf der anderen Seite zu kommen. Was in 99 Prozent aller Fälle genauso wenig passiert wie Wölfe, die Zäune überspringen. Wie Pferde auch sind Wölfe Risikovermeider, die lieber eine Weile hungrig bleiben, als unnötige Gefährdungen einzugehen.

Angeblich springende Wölfe wurden bisher immer als kriechende Wölfe enttarnt. Der oben verlinkte Film zeigt sehr drastisch, wie Wölfe systematisch einen Zaun auf Unterkriechmöglichkeiten untersuchen.

Es reichen kleine Fehler beim Zaunbau und beim Betrieb des Zaunes, die zum Versagen des Zaunes hinsichtlich des Herdenschutzes führen. Bei allen untersuchten Pferderissen wurde unzureichend ausgeführte Zäune als Ursache für das Eindringen des Wolfs identifiziert. Seit über einem Jahr weisen wir als VFD-Bundespräsidium auf diese Problemfelder hin und bieten Hilfestellung.

Zum Beispiel hier:

https://www.vfdnet.de/images/Registered/Bundesverband/Dateien/Artikel_Chris/Wolf/Schutz_von_Equiden_vor_dem_Wolf.pdf

Wir als Bundespräsidium halten Herdenschutz für die beste Lösung:

Diese Alternativen zum Herdenschutz werden diskutiert:

Scheu machen von Wölfen durch Bejagung: In den letzten Jahren wurden in Deutschland vorsichtig geschätzt 100 bis 200 Wölfe illegal geschossen, ausgehend von der Anzahl der Wolfskadaver, in denen man Jagdmunition fand. Schlecht oder nicht geschützte Weidetiere wurden dennoch gerissen.

Wolfsfreie Zonen: Diese werden aufgrund der hohen Mobilität von Wölfen von allen seriösen Wildbiologen als nicht realisierbar eingestuft.

Bis heute konnte erst eine Abschussgenehmigung umgesetzt werden, und dies bei einem an Menschen durch Anfüttern gewohnten Wolf. Alle anderen Abschussversuche scheiterten bisher! Auch der berüchtigte Rodewalder Rüde wird (lt. NDR-Meldung vom 24.08.2020) nach einem Riss an Hannoveraner-Fohlen und Kälbern seit fünf Wochen erneut bejagt, bisher erfolglos.

Unser Fazit: Unsere Weidetiere sind domestiziert und haben sich dem Schutz durch den Menschen angepasst. Das wirkt sich auch auf ihr Wehrverhalten aus, sie haben es schlichtweg verloren. Daher kommt auf den Tierhalter eine besondere Verantwortung zu.

Wir sind nach den aktuell vorliegenden Erkenntnissen davon überzeugt, dass wir durch Abschussforderungen unsere Tiere NICHT schützen können, so sehr wir uns dies im Hinblick auf die tägliche Arbeitsbelastung, die wir alle zu leisten haben, auch wünschen. Wer mag schon Zäune gegen den Wolf aufrüsten?

Es sprechen aber alle uns vorliegenden Erkenntnisse dafür, dass wir daran nicht vorbeikommen. Nach guter fachlicher Praxis UND den besonderen Anforderungen des Herdenschutzes gebaute Zäune sind unsere einzige Option.

Wir fordern, dass auch Freizeitpferdehaltern ihre Wolfsschutzzäune aus Landesmitteln finanziert bekommen.

Mit den aktuellen technischen Möglichkeiten im Elektrozaunbau (hoch leitfähiges Seil/Band, langlebige Batterien, Solar) geht es uns bei der Wolfsabwehr erheblich besser, als noch vor 100 Jahren.

Nutzen wir dies!

Wir als Präsidium bitten alle VFD-Mitglieder, in der Debatte um den Wolf sachlich zu bleiben und unser Beratungsangebot in Anspruch zu nehmen.

Euer Bundespräsidium

*Eingangsfoto von Pixelio

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