Dieses Jahr fand die BuDel in Bad Hersfeld, einem beschaulichen Kurort mit rund 30.000 Einwohnern statt. Der Standort erlaubte die Anreise aller Delegierten zu “gleichen Konditionen”. Die Teilnahme war jedoch auch digital möglich, so dass, zwar mit einigen technischen Hürden, die Budel als Hybridveranstaltung abgehalten wurde. Elmar Stertenbrink, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Zugpferde e.V. (IGZ), war als Gast geladen ein Grußwort an die Teilnehmenden zu richten. Sein Wunsch nach einer gemeinsamen Positionierung der IGZ und VFD zur Haltung und dem Umgang mit Pferden verstärkt sich in seinem Appell, Veränderungen zusammen, über den eigenen Vereins-Tellerrand hinaus, anzugehen. Das erfordert alte Strukturen und Denkmuster abzulegen und Platz für neuen Wind und Kreativität zu schaffen. In Bezug auf die Diskussionen um die Mobilisierung der VFDKids und Jugend wurde hierbei nur allzu deutlich, dass wir den jungen Generationen mehr Gestaltungsraum und Freiheiten einräumen müssen. ‘Mitdiskutieren, mitentscheiden, mitgestalten – Stimmrecht für die junge VFD auf der Budel.’ So oder so ähnlich könnte der Zuspruch und Wunsch nach einer starken und engagierten Jugend in der VFD proklamiert werden.  

Debattiert und diskutiert wurde die Ausbreitung des Wolfs in Deutschland. Unumstrittener Konsens ist der Schutz vulnerabler Equiden (besonders Fohlen, Ponys, Jährlinge) durch Herdenschutzmaßnahmen (Zäune und/oder Herdenschutzhunde). Dabei wurde erneut die Position der VFD, die nachdrücklich den Schutz der Weidetiere, insbesondere unserer Equiden vor dem Wolf fordert, bestätigt. Die Delegierten stellten fest, dass auch zukünftig weitere diesbezügliche Maßnahmen auf wissenschaftlicher Ebene als Entscheidungs- und Handlungsgrundlage gelten müssen. Die Zusammenarbeit mit Verbänden und Behörden ist ein wichtiger Schlüssel, über den bereits viele unserer Forderungen an die Politik durchgesetzt werden konnten (u.a. Förderung von Herdenschutzmaßnahmen für Pferdehaltende). Eine zunächst vorgeschlagene definierte Obergrenze der Wolfspopulation wurde jedoch mit Blick auf die aktuelle gesetzliche Lage und den strengen Schutzstatus des Wolfes zurückgestellt. Hingegen wurde auf Antrag des Bayrischen LVs beschlossen, dass ein "regional differenziertes Bestandsmanagement", wie im Koalitionsvertrag formuliert, derzeit ebenfalls von der VFD  mitgetragen wird, um "das Zusammenleben von Weidetieren, Mensch und Wolf so gut zu gestalten, dass trotz noch steigender Wolfspopulation möglichst wenige Konflikte auftreten" (Koalitionsvertrag 2021-2025: 38).

In den kommenden Monaten wird sich ein Fach-Gremium intensiv zu dem Thema beraten. Dieses wird unterstützt durch Mitwirkende der AG Herdenschutz, des Fachbeirat Ethik und Tierschutz und externe Fachleute. Die erarbeiteten Ergebnisse sollen helfen, Positionen der VFD zum Umgang mit dem Wolf auf wissenschaftlicher Grundlage und gesetzeskonform zu formulieren.   

Insgesamt einigten sich die Delegierten auf die Anerkennung der Arbeit der Arbeitskreise (AKs), Arbeitsgruppen (AGs) sowie der Beauftragten innerhalb der gesamten VFD. Dies beinhaltet eine gemeinsame Verantwortung der VFD als „Fachverband“.  

Über allen Diskussionspunkten und Beschlüssen stand die Bitte nach einer transparenten Kommunikation. Viel Gutes wurde hier in der Vergangenheit bereits erreicht. Aber die große Anzahl an Protokollen, Gesprächsnotizen, Präsentationen und Dokumenten kann auch schnell unübersichtlich werden. Gerade bei einer ausschließlichen Kommunikation innerhalb der Funktionskreise per E-Mail. Daher nutzt der Bundesverband die Cloudbasierte Anwendung MS Teams. Hier können jederzeit alle wichtigen Dokumente für die Delegierten oder Landesvorsitzenden eingesehen werden. Natürlich bedarf es etwas Geschick und Geduld sich in die Möglichkeiten, die die Plattform bietet, einzuarbeiten. Hat man es jedoch geschafft, und sich aller Frustration und Rückschläge zum Trotz die Nutzungsoptionen angeeignet, ergibt sich ein großartiges Tool sich regelmäßig auszutauschen, zu informieren und gemeinsam Dokumente zu erarbeiten. Auch hier zeigt sich die Dringlichkeit, unsere digital natives - die Generation denen die digitalen Kompetenzen quasi schon in die Wiege gelegt wurden - mit ins Boot zu holen. Habt den Mut, alte Strukturen hinter euch zu lassen und gemeinsam neue Wege zu bestreiten. Ob Landesverband oder Bundesverband, jung oder alt, für oder gegen, das WIR macht die VFD zu dem was sie ist. Ein Verband, der jedem die Möglichkeit der Mitgestaltung ermöglicht, einander hilft und einsteht. In diesem Sinne #wirsindvfd  

Die Bundesdelegierten konnten sich nicht darauf einigen, künftig die Versammlungen immer (und nicht nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes -so wie in der Satzung vorgesehen) als Hybrid-Sitzung durchzuführen. Eine Sitzung, die sowohl durch Anwesenheit am Veranstaltungsort, als auch virtuelle Teilnahme ermöglicht, ist ein ungleich höherer Aufwand. Dies betrifft sowohl die Vorbereitungen, als auch die tatsächliche Durchführung.  

Des Weiteren wurden verschiedene Arbeitsaufträge sowohl an das Präsidium, als auch an die Delegierten formuliert. Die Fachgruppe zur Bedarfsanalyse Mitgliedsbeiträge konnte ihre Aufgabe zur Budel noch nicht abschließen. Hier wird in den kommenden Wochen die Arbeit intensiviert, um nicht nur die Anpassungen der Mitgliedbeiträge, sondern auch die Strukturen und die Strategie der VFD im Detail zu betrachten, neu zu bewerten und Änderungsvorschläge zu unterbreiten (u.a. strategische Vereinsfinanzierung). Vor allem ist eine hohe Beteiligung aus allen Landesverbänden angemahnt.  

Trotz eines unausgeglichenen Haushaltsplanes soll es (auch vor dem Hintergrund der Corona-Krise und des Ukraine-Krieges) vorerst keine Anhebung des Beitragsanteils für den Bundesverband geben, da noch ausreichende Rücklagen vorhanden sind.  

Neben allen Diskussionen kam der gemeinsame Austausch untereinander auch in diesem Jahr nicht zu kurz. So konnten die Delegierten am Samstagabend den 49ten Geburtstag unserer VFD feiern. Der Autor Stefan Schomann, dem 2019 der “Eiserne Gustav” verliehen wurde, las aus seinem Taschenbuch “Das Glück auf Erden – Reisen zu Pferd” vor, welches den Delegierten aus diesem Anlass vom Bundesverband überreicht wurde. Auch wurden besondere Momente aus seinem neuen Buch “Auf der Suche nach den wilden Pferden”, eine Geschichte über die Tachi, die Mongolei und die Menschen, vorgetragen.  Später am Abend wurde dann zum vielstimmigen Happy Birthday angestoßen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Gönner! 

Fazit: vieles ist in Bewegung, vieles wird angepackt. Das bedeutet auch viel Arbeit und Durchhaltevermögen. Deshalb ein Dankeschön an alle, die sich täglich für unsere VFD eingesetzt haben und an diesem Wochenende noch einmal ihre Arbeit intensiviert haben! 

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