Inwieweit Wölfe unseren Pferden gefährlich werden können und wie geeignete Schutzmaßnahmen aussehen sollten, damit beschäftigt sich die Ausgabe des Magazins für LAG-Mitglieder. Die Laufstall-Arbeitsgemeinschaft e.V. setzt sich mit der VFD für eine artgerechte Pferdehaltung ein.

Schon immer spielte die naturnahe Haltung eine wichtige Rolle bei den Freizeitreitern und - fahrern. Die extensive Weidehaltung von Pferden ermöglicht im Idealfall eine landschaftsschonende Nutzung von Grünland. In der VFD werden Pferde überwiegend im Offenstall oder mindestens mit Paddockauslauf und Weidegang gehalten. VFD-Mitbegründerin Ursula Bruns hat als Pionierin der Offenstallhaltung schon in den frühen 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in der „Ponypost“ und später in der „FS- Freizeit im Sattel“ Tipps und Erfahrungen publiziert. 

Auch vor Wölfen im Offenställen geschützte Pferde müssen pferdegerecht gehalten werden. Die in den Leitlinien geforderten Mindestmaße in den Funktionsbereichen und im Auslauf müssen eingehalten werden. Alle Funktionsbereiche, insbesondere der Schlafbereiche, der (Rauhfutter-)Fressbereiche, der Auslauf, der Wälzplatz und die Wasserstelle, sollten den Pferden durchgehend zur Verfügung stehen. Funktionsbereiche dürfen nicht geschlossen werden sondern sollten mit Herdenschutzmaßnahmen, mit wolfsabweisenden Zäunen und oder Herdenschutzhunden, gesichert werden. 

Die VFD steht Einzelpersonen, aber auch Behörden und Organisationen gerne beratend zur Verfügung, wenn es um Fragen zum Schutz von Pferden, Eseln oder Mulis in Wolfsgebieten geht. Die Vereinigung fühlt sich dem Artenschutz verbunden und ist als Fachverband für Pferde, Mulis und Esel bestrebt, diese auch vor dem Wolf zu schützen. Die VFD setzt sich weiter für eine naturnahe Tierhaltung ein und dass Equidenbesitzer(innen) Unterstützung hierzu erhalten. 

Am besten machen Sie sich selbst ein Bild. Dabei helfen die Link- und Lesetipps, die LAGebericht-Redakteurin Marion Krobb bei ihrer umfangreichen Recherche im Netz gesammelt hat:

Herdenschutz und wolfsabweisende Zäune

Klausnitzer, Ulrich: Zäune für Pferdeweiden. Anforderungen im Wolfsgebiet. 2018.

Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE): Leitfaden Elektrozäune – Herdenschutz gegen den Wolf. VDE SPEC 90006 V1.0, 2020.

aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.: Sichere Weidezäune. 2016.

Grüntjens, Theo: Herdenschutz bei Pferden: Stand der Forschung und Erfahrungen aus der Praxis. 2020.

Bundesamt für Naturschutz (Hg.): Empfehlungen zum Schutz von Weidetieren und Gehegewild vor dem Wolf. Konkrete Anforderungen an die empfohlenen Präventionsmaßnahmen. BfN-Skripten 530, 2019.

Gesellschaft zum Schutz der Wölfe (GzSdW): Dossier Herdenschutz: Wichtig für Wölfe und Weidetiere. 2018.

In der sächsischen Lausitz betraten 1998 die ersten Wölfe nach 150 Jahren Abwesenheit Neuland. Der Freistaat Sachsen begegnete ihnen mit Umsicht und einer vorbildlichen Kommunikationspolitik:

Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Freistaat Sachsen (LfULG): Schutzmaßnahmen vor dem Wolf. Schriftenreihe, 16/2014.

Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Freistaat Sachsen (LfULG): Herdenschutzhunde und sichere Einzäunung. Hinweise zum Schutz vor dem Wolf. 2018.

Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Freistaat Sachsen (LfULG): Schutz von weidenden Rindern und Pferden vor großen Beutegreifern. Literaturstudie, 2014.

Internetseite der AG Herdenschutzhunde

Pferde und Wölfe

Stabingies, Ute: Pferd und Wolf – geht das gut? Ist der Wolf eine Gefahr für Pferde? Cavallo, 30.10.2019.

Vogel, Linda: Untersuchung zur Reaktion von Pferden auf die Anwesenheit von Wildtieren. Bachelorthesis, 2019.

Wendorff, Wiebke (HG.): Pferd und Wolf – Alte Bekannte oder neue Gefahr? evipo Verlag, 2015.

Naturschutzbund Deutschland (NABU) e. V.: Pferd und Wolf. Wege zur Koexistenz. 2015.

Pferdeland Niedersachsen GmbH: Traurige Gewissheit für das Rissgeschehen im Raum Nienburg. Pressemitteilung vom 26.06.2020.
Einer der seltenen Fälle, in denen Wölfe als Schadenverursacher eindeutig genetisch nachgewiesen wurden.

Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland e. V. (VFD)/Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e. V. (GzSdW): Kontakte und Informationen zum Thema „Pferd und Wolf“. 2019.

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): Finanzieller Ausgleich bei einem Nutztierriss. [04.04.2020]
Daraus: „Großpferde, die älter als vier Jahre sind, und Rinder, die älter als zwei Jahre sind, gelten als wehrhaft gegenüber großen Beutegreifern. Deren Selbstschutz gilt als Prävention im Sinne der Voraussetzung für einen Schadensausgleich.”

Wölfe in Deutschland

Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW): Ansprechpartner in den Bundesländern. [04.04.2021]
Liste der Zuständigen für Wolfsmanagement, Monitoring und Herdenschutz

Reinhardt, Ilka/Kluth, Gesa: Leben mit Wölfen. Leitfaden für den Umgang mit einer konfliktträchtigen Tierart in Deutschland. BfN-Skripten 201, 2007.

Kramer-Schadt, Stephanie/Wenzler, Moritz/Gras, Pierre/Knauer, Felix: Habitatmodellierung und Abschätzung der potenziellen Anzahl von Wolfsterritorien in Deutschland. BfN-Skripten 556, 2020.
Hiernach bietet Deutschland geeignete Lebensräume für 700 –1.400 Wolfsrudel.

Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW): Wölfe in Deutschland. Statusbericht 2019/20. 2020.
Derzeit verzeichnet das Wolfsmonitoring in Deutschland 128 Wolfsrudel plus 35 Paare und 10 Einzeltiere.

Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW): Wolfsverursachte Schäden, Präventions- und Ausgleichszahlungen in Deutschland 2019. 2020.

Wörner, Frank G.: Der Wolf – ein Jagdkonkurrent und Schädling? 2013.

Agra Europe (AgE): Wölfe. R+V weist auf richtigen Versicherungsschutz bei Wolfsschäden hin. top agrar online, 29.07.2019.

forsa Politik- und Sozialforschung GmbH: Wölfe in Deutschland. 2015.
Ergebnisse aus dieser repräsentativen Befragung: „Die überwiegende Mehrheit (80 %) der Bundesbürger findet es erfreulich, dass der Wolf wieder unsere Landschaft bereichert. […] Der Auffassung, dass die von Wölfen ausgehenden Risiken in den Medien übertrieben dargestellt werden, sind 70 Prozent der Bundesbürger.”

Quelle: Laufstall-Arbeitsgemeinschaft e.V. (LAG) Link

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