Am 04. September 2017 habe ich, Heiner Sauter, auf Facebook versucht die Schwarmintelligenz der dortigen User zum Thema Sperrriemen zu nutzen. Vorhergegangen waren eigene Recherchen alter Bücher, der Heeresdienstvorschrift (Heeresdruckvorschrift) H.Dv.12. Reiten unterschiedlicher Ausgaben, Zeichnungen und Bilder, Anrufe bei Sattlern und Firmen rund um Zäumungen, um die Entstehung dieses kleinen und doch sehr bedeutsamen Riemens auf der Pferdenase zu ergründen.

Es wird viel über seine Entstehungsgeschichte geschrieben, leider immer ohne klare Referenz oder Quellenangabe. Dabei wird er auch gerne geschichtlich mit dem hannoveranischen Sperrhalfter verwechselt. Fakt ist, nach der Durchsicht vieler Bilder von Dragonern, Husaren, Ulanen und weiteren Kavallerieregimentern aus der Zeit bis 1945 war dieser Riemen nirgends zu entdecken. Auch in den typischen Büchern dieser Zeit ist er weder abgebildet noch benannt. Obwohl ihm eine enge Verwandtschaft zum Pullerriemen nachgesagt wird, den Benno von Achenbach schon 1922 beschreibt, ist er in der Historie nicht aufzufinden.

Foto: Holger SuelDas erste Bild mit Sperrriemen, gefunden von Holger Suel zeigt den Springreiter Frank Chapot (USA) bei den Olympischen Spielen 1956 in Stockholm. Hier ist ein kombiniertes Reithalfter deutlich erkennbar.
Zu erwähnen ist die Erklärung aus dem Buch von Elwyn Hartley Edwards „The Howell Book of Saddlery and Tack“, in der deutschen Übersetzung „Sattel, Zaumzeug und Geschirr“ aus dem Müller Rüschlikon Verlag auf Seite 133, dass diese kombinierte Zäumung aus englischem und hannoveranischem Reithalfter, im Englischen auch Grakle genannt, auf ein Pferd dieses Namens zurück geht, dass 1931 das British Grand National gewann. Der Name Grakle hat sich im englischen Sprachgebrauch für diese Zäumung bis heute erhalten. Heiner Natschak hat diese Information ebenfalls bereits eruiert und Martin Haller hat es bestätigt. Bilder oder andere Unterlagen sind dazu nicht aufgetaucht.

Die FN hat diese Zäumung erstmalig in den überarbeiteten Richtlinien für Reiten und Fahren, Band 1. 1979, aufgenommen.
Mit dieser Zusammenfassung habe ich zumindest mein Wissen rund um den Sperrriemen erweitert und hoffe, mit Hilfe zahlreicher Unterstützer, einen kleinen Teil seiner Herkunft gelüftet zu haben.,
Einen herzlichen Dank an alle Beteiligten.

Heiner Sauter Mai 2021

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